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Digitale Bücher für Kinder: Neue Plattform fördert Leseerfahrung ab 2026!

Die mediale Landschaft verändert sich rasant, und Kinder verbringen zunehmend Zeit mit digitalen Geräten wie Tablets, Smartphones und Laptops. Dabei ist das Interesse an klassischen Büchern zurückgegangen. Diesen Trend beleuchten Wissenschaftler*innen der Universität Paderborn und ihrer Partnerhochschulen aus Norwegen, den Niederlanden, der Türkei und Malta, die ein innovatives Projekt namens „SAYL“ („Stimulating Adventures for Young Learners“) ins Leben gerufen haben. Durch die Förderung der Europäischen Union in Höhe von rund 400.000 Euro konnte das dreijährige Projekt erfolgreich abgeschlossen werden.

Das Ergebnis dieses umfangreichen Projektes ist eine frei zugängliche Multimedia-Plattform mit interaktiven digitalen Geschichten in zehn Sprachen. Ab Januar 2026 wird die Plattform über moderne Endgeräte zugänglich sein. Die neuen Multimedia-Bücher zielen darauf ab, das Leseverständnis bei Kindern zu fördern und durch aktuelle Forschungsergebnisse unterstützt zu werden. Zu den verfügbaren Funktionen gehören eine Sprachauswahl, Vorlesefunktionen und die Interaktion mit Animationen.

Zielgruppen und Studienbeteiligung

Ein zentrales Ziel des Projektes liegt in der Stärkung der Leseerfahrung für Familien und frühkindliche Bildungseinrichtungen, wobei besonders Kinder mit Migrationshintergrund und solche, die Minderheitensprachen sprechen, im Fokus stehen. Ab sofort können sich interessierte Familien mit Kindern im Alter von vier und fünf Jahren auf eine Warteliste setzen lassen, um über den offiziellen Start der Webseite informiert zu werden.

Im Rahmen einer Studie werden Teilnehmer*innen gesucht, bei der Kinder Geschichten auf dem Tablet erleben und anschließend erzählen. Jeder Teilnehmende erhält als Dankeschön eine kleine Überraschung. Interessierte können sich direkt über die E-Mail-Adresse sprachspiellabor@uni-paderborn.de oder telefonisch unter 05251 60 57 05 anmelden.

Mediennutzung von Kindern

Zusätzlich zu den Punkten aus dem Projekt offenbart eine Vielzahl an Studien das veränderte Mediennutzungsverhalten von Kindern. Laut der BLIKK-Studie 2017 nutzen 70 Prozent der Kinder im Kita-Alter Smartphones ihrer Eltern mehr als eine halbe Stunde täglich. Familien mit Kindern im Alter von 6 bis 13 Jahren sind häufig mit verschiedenen digitalen Medien ausgestattet, darunter Fernseher, Handys und Computer.

Allerdings warnen verschiedene Studien, darunter auch die KIM-Studie 2016, dass die übermäßige Mediennutzung zu negativen Effekten wie Bindungs- und Konzentrationsstörungen führen kann. Die Forschung hat gezeigt, dass ein erhöhtes Risiko für digitale Mediensucht im Jugendalter besteht. Umso wichtiger ist es, dass Eltern und Schulen gemeinsam an der Medienerziehung arbeiten. Diese Verantwortung wird von 76 Prozent der Eltern den Schulen zugeschrieben.

Die Kultusministerkonferenz hat Medienkompetenz als eine Schlüsselqualifikation für Grundschulen festgelegt. Studien belegen, dass digitale Medien Lerninhalte attraktiver gestalten und die Lernmotivation steigern können, vorausgesetzt, dass die Lehrer*innen professionell geschult sind und geeignete technische Ausstattung vorhanden ist. Doch die Realität zeigt, dass es in deutschen Schulen oft an IT-Ausstattung und Fortbildungsmöglichkeiten für Lehrkräfte mangelt. Diese Herausforderungen können die Medienerziehung erheblich erschweren.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass digitale Medien in der heutigen Zeit sowohl Chancen als auch Herausforderungen bieten. Programme wie „SAYL“ könnten dazu beitragen, diese Medienerziehung zu unterstützen und eine positive Leserfahrung zu fördern.

Statistische Auswertung

Beste Referenz
uni-paderborn.de
Weitere Infos
dji.de
Mehr dazu
bpb.de

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