
Die @universität Osnabrück erhält erneut Unterstützung von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Diese Bewilligung reicht über weitere drei Jahre und umfasst rund 6,3 Millionen Euro, um wegweisende Forschungsprojekte im Bereich Hauptspeichertechnologien voranzutreiben. Die Leitung der Arbeitsgruppe für Eingebettete Softwaresysteme hat Prof. Dr. Olaf Spinczyk inne, der auch die Koordination des Schwerpunktprogramms „Disruptive Hauptspeichertechnologien“ übernommen hat. Sein Team untersucht innovative Ansätze zur Verbesserung der Speichertechnologie in Computersystemen.
Bereits 2019 setzte Intel neue Standards mit der Einführung von Speichermodulen, die Daten auch bei Stromausfall erhalten und nicht verlieren. Diese Module sind zunächst für Server gedacht, könnten jedoch auch in modernen Laptops Anwendung finden. Die neue Technologie erlaubt einen Standby-Zustand ohne Stromverbrauch sowie ein schnelles Wiederanlaufen des Systems, was die Effizienz erheblich steigert. In Anbetracht dieser Entwicklungen stellt sich die Frage, ob klassische Speichermedien wie Festplatten oder SSDs zukünftig noch benötigt werden.
Innovationen und ihre Auswirkungen
Das französische Start-up UPMEM hat mit ihren speziellen Speichermodulen, die zusätzlich mit Rechenleistung ausgestattet sind, für Furore gesorgt. Diese Module verfügen über hunderte kleiner Prozessoren, die eine parallele Datenverarbeitung ermöglichen. Diese Rechenleistung kann Anwendungen um den Faktor zehn bis hundert beschleunigen, birgt jedoch auch das Risiko, andere Anwendungen zu bremsen. Die DFG fördert mit ihrer Unterstützung die Erforschung solcher Technologien, die in der Zukunft eine zentrale Rolle spielen werden.
Im Rahmen des erwähnten Schwerpunktprogramms wird auch das Teilprojekt SMAUG geleitet von Prof. Spinczyk und Dr. Birte Friesel, eingerichtet. Es zielt darauf ab, neue Speichertechnologien zu modellieren, sodass die Entwicklung effizienter Systemsoftware, einschließlich Betriebssystemen und Datenbanken, unterstützt wird. Diese Modelle sollen automatisiert erstellt und mit Anwendungen sowie Daten verknüpft werden, um die Zuordnung zu passenden Speichermedien zu optimieren.
Fazit und Ausblick
Mit der Rückkehr zum DFG-Förderprogramm finden sich auch neue Ansätze zur Implementierung innovativer Speichertechnologien, insbesondere im Hinblick auf nicht-flüchtige Hauptspeichermodule, die in Server-Prozessoren integriert werden können. Diese neuen Technologien versprechen nicht nur eine signifikante Steigerung der Verarbeitungsgeschwindigkeit, sondern auch einen verringerten Energieverbrauch und höhere Zuverlässigkeit der Systeme.
Die Herausforderungen der modernen Informatik, insbesondere in Bezug auf Systemsoftware, verlangen vereinte Forschungsanstrengungen. Mit einer Vielzahl von Projekten, die im Rahmen des Förderprogramms durchgeführt werden, von der Energieeffizienz bis hin zu neuen Architekturen, setzt die Universität Osnabrück Zeichen in der Entwicklung zeitgemäßer und leistungsfähiger Computersysteme. Die Zukunft der Speichertechnologie ist vielversprechend und verspricht innovative Lösungen für die Herausforderungen von morgen.
Für weitere Informationen zu diesem Thema können Sie die Berichte der Universität Osnabrück und der Deutschen Forschungsgemeinschaft einsehen.