Am 18. Februar 2026 verschiebt sich die Mobilität in eine neue Dimension, während innovative Forschungsansätze zur Entwicklung des künftigen Mobilfunkstandards 6G vorangetrieben werden. Vor allem die Kommunikations- und Radarsysteme spielen eine entscheidende Rolle, wenn es darum geht, Verkehrsobjekte im Straßenverkehr präzise wahrzunehmen. Die Forschungsgruppe „BiRaUM“ unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas Dallmann an der TU Ilmenau hat das Ziel, die Herausforderungen der Kommunikation zwischen Mensch und Maschine in komplexen Verkehrssituationen zu adressieren.
Im Rahmen ihrer Untersuchungen werden Funk- und Radarsignale von verschiedensten Objekten, wie Fahrzeugen, Fahrradfahrern und Fußgängern reflektiert. Das Reflexionsverhalten dieser Objekte ist hierbei von entscheidender Bedeutung für die funkbasierte Fahrzeugkommunikation, die für das vernetzte Fahren unerlässlich ist. Ein besseres Verständnis dieser Reflexionseigenschaften könnte die Auslegung von Kommunikationssystemen erheblich verbessern. Die geplante Technologie „Integrated Communications and Sensing“ (ICAS) wird in Zukunft durch den neuen Mobilfunkstandard 6G unterstützt, der eine gleichzeitige Nutzung von Mobilkommunikation und Umgebungswahrnehmung ermöglicht.
Eine neue Ära für 6G und die Mobilität
Ein weiterer wesentlicher Forschungsbereich ist das Projekt 6G-ICAS4Mobility, welches am Barkhausen Institut angesiedelt ist. Das Projekt zielt darauf ab, Kommunikation und Umgebungserfassung zu kombinieren, um eine autonome, sichere und effiziente Mobilität zu ermöglichen. Fahrzeuge sind künftig in der Lage, in Echtzeit Informationen über ihre Umgebung auszutauschen und dabei Sensoriken wie Ultraschall, Kameras und Radar zur Kollisionserkennung zu nutzen.
Die Kombination aus Funkkommunikation und Radar, die traditionell unabhängig betrieben wurden, verbessert nicht nur die Effizienz, sondern auch die Sicherheit der Mobilitätslösungen. Im Rahmen des Projektzeitraums von 2022 bis 2025 entwickeln die Forschungspartner innerhalb von drei Jahren vier Prototypen, um diese neuen Konzepte zu demonstrieren. Dies wird durch ein BMBF-gefördertes Konsortium unter der Leitung von Robert Bosch GmbH ermöglicht, das auch Datenschutz und die Sicherheit der erfassten Sensordaten berücksichtigt.
Strategische Herausforderungen und Chancen
Im Kontext dieser Entwicklungen steht auch die 6G-Forschungsroadmap, die ein zentraler Bestandteil der Hightech Agenda Deutschland (HTAD) ist. Der strategische Fahrplan hat das Ziel, sichere und resiliente Kommunikationstechnologien zu erforschen und zu entwickeln. Laut Bundesministerin Dorothee Bär ist die Bedeutung dieser Forschung für die zukünftige Wertschöpfung und technologische Souveränität enorm. Die Markteinführung von 6G wird international gegen Ende dieses Jahrzehnts erwartet, wobei dieser neue Standard das technologische Ökosystem entscheidend neu definieren soll.
Um die angestrebten Ziele im Mobilfunksektor zu erreichen, fördert die Roadmap die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik in Deutschland. Der erste Meilenstein besteht im Start von vier 6G-Transfer-Hubs Anfang 2026, die bis zu 200 Millionen Euro an Fördermitteln erhalten. Dies könnte helfen, die Forschungs-, Test- und Validierungsinfrastrukturen entscheidend auszubauen und den Mobilitätssektor in eine nachhaltige Zukunft zu transformieren.