Am 31. März 2026 wird die Universität zu Lübeck einen besonderen Abschied feiern: Prof. Dr. Dr. Peter Sieg wird seine letzte Vorlesung halten. Ab 17 Uhr c.t. im Hörsaal T1, Transitorium, Haus 53, wird er über die Veränderungen in der Medizin sowie die akademische Lehre und den praktischen chirurgischen Alltag sprechen – und das aus einem kritisch anarchischen Blickwinkel. Damit setzt er einen markanten Akzent in seiner 38-jährigen Karriere, die von zahlreichen Forschungsergebnissen und internationalen Einsätzen geprägt ist. Prof. Sieg hat nicht nur Zahn- und Humanmedizin studiert, sondern auch etliche Meilensteine in der Chirurgie gesetzt, darunter eine umfassende Ausbildung und zahlreiche Hospitationen in renommierten Kliniken weltweit.

Der Weg zum Professor war für Sieg eine anspruchsvolle, jedoch lehrreiche Reise. Von 1985 bis 1988 war er als Assistentsarzt am Institut für Pathologie und der Klinik für Allgemeinchirurgie an der Friedrich Schiller Universität Jena tätig. 1988 nahm er eine Stelle im Institut für Pathologie der Universität Lübeck an, bevor er 1991 zur Klinik für Kiefer- und Gesichtschirurgie wechselte. Seine Professur an der Universität zu Lübeck trat er 2002 an, doch sein Engagement für Verbesserung und Innovation in der medizinischen Praxis bleibt unübertroffen. Er gibt seine Expertise nicht nur in der Lehre weiter, sondern war auch an über 40 chirurgischen Hilfseinsätzen in Krisengebieten beteiligt.

Die Entwicklung der Chirurgie in Greifswald

Ein weiterer interessanter Aspekt in der Welt der Chirurgie ist die zahnärztliche Chirurgie an der Universität Greifswald. Diese hat eine lange Tradition von über 125 Jahren und spielt eine zentrale Rolle in der Lehre der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde. Zu den bedeutendsten Fortschritten zählt die Enossale Implantologie, die sich seit den 1950er Jahren stetig weiterentwickelt hat. Die universitäre Ausbildung in Zahnheilkunde begann in Greifswald relativ spät, erst im Wintersemester 1893/94, doch die stetige Verbesserung der Chirurgie hat die Klinik zu einer der führenden Einrichtungen im Bereich der Implantologie gemacht.

Besonders hervorzuheben ist die Verwendung von ITI-Implantaten der Firma Straumann, die mit über 60 % die meistgenutzten Implantate in Greifswald darstellen. Solche Entwicklungen sind nicht nur für Chirurgen, sondern auch für Patienten von enormer Bedeutung, da sie die Erfolgsquote von Zahnimplantaten entscheidend erhöhen. Von 1983 bis 2013 wurden in Greifswald neun unterschiedliche Implantatsysteme getestet, was die Innovationskraft und Forschungstiefe der Einrichtung unterstreicht.

Was sind Zahnimplantate?

Zahnimplantate sind eine Schlüsseltechnologie in der modernen Zahnmedizin und übernehmen die Rolle künstlicher Zahnwurzeln. Mithilfe von Materialien wie Titan, welches sich aufgrund seiner Biokompatibilität bewährt hat, erfolgt die Einsetzung durch Eindrehen oder Einstecken im Kieferknochen. Die sogenannte Osseointegration ermöglicht dabei eine Verbindung mit dem umgebenden Knochen innerhalb von 3 bis 6 Monaten. Mit über 95 % Erfolgsquote bei einer fünfjährigen Verweildauer sind Implantate eine zuverlässige Lösung für Patienten mit zahnlosem Kiefer.

Die Pflege der Implantate ist allerdings entscheidend, um Komplikationen wie Infektionen oder Periimplantitis zu vermeiden. Daher sollten regelmäßige Kontrollen alle 6 Monate erfolgen. Die Einführung navigierter Implantologie hat beispielsweise auch die Präzision bei der Platzierung der Implantate verbessert, was die Erfolgsaussichten zusätzlich steigert. Trotz der Fortschritte bleibt die Nachsorge und individuelle Planung für die Behandlung im Patienteninteresse von zentraler Bedeutung.

Somit zeigt sich, dass sowohl die klinische Praxis als auch die akademische Ausbildung in der Zahnmedizin sich dynamisch entwickeln und stetig an Herausforderungen wachsen. Die Abschiedsvorlesung von Prof. Dr. Dr. Peter Sieg wird mit Sicherheit ein Highlight, das an diese Veränderungen erinnert und den Weg für zukünftige Mediziner ebnen wird.

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