Am 31. März 2026 wird Prof. Dr. Dr. Peter Sieg seine Abschiedsvorlesung im Hörsaal T1 des Transitoriums am Lübecker Campus halten. Unmittelbar vor seinem Abschied thematisiert er Veränderungen in der Medizin und der akademischen Lehre aus einem kritisch anarchischen Perspektiv. Prof. Sieg hat eine bemerkenswerte Karriere in der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde vorzuweisen, die bis auf seine Ausbildung an der Friedrich Schiller Universität Jena zurückgeht, wo er von 1985 bis 1988 als Assistenzarzt tätig war. Seit seiner Anstellung im Institut für Pathologie der Universität Lübeck im Jahr 1988 entwickelte er sich zu einer herausragenden Persönlichkeit in der Kiefer- und Gesichtschirurgie.
Seine Habilitation folgte 1988, und 1994 erhielt er die Facharztanerkennung für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie. In seiner Laufbahn wurde ihn zahlreiche Auszeichnungen zuteil, darunter die Ernennung zum außerordentlichen Professor im Jahr 2002. Er ist bekannt für seine chirurgischen Hilfseinsätze in Entwicklungsländern und Krisengebieten. Zudem hat er mehr als 40 solcher Einsätze geleitet, was seine Hingabe an die medizinische Versorgung in Notlagen unterstreicht. Seine Lehrtätigkeit hat mehrere wissenschaftliche Mitarbeiter hervorgebracht, wobei eine Habilitationsschrift zur Begutachtung vorliegt.
Die Entwicklung der zahnärztlichen Chirurgie in Greifswald
Die zahnärztliche Chirurgie in Greifswald blickt auf eine Tradition von über 125 Jahren zurück. Sie stellt eine der zentralen Säulen in der Lehre und Forschung im Bereich der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde dar. Die universitäre Ausbildung in Zahnheilkunde startete 1893, und im Jahr 1900 wurde das zahnärztliche Institut gegründet. Ein bedeutender Fokus lag seit den 1950er Jahren auf der Enossalen Implantologie, die sich seitdem zu einem wichtigen Bereich innerhalb der zahnärztlichen Chirurgie entwickelt hat.
Die Entwicklung dieser speziellen Implantationstechnik wurde 1982 von der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) anerkannt. Von 1990 an wurden in Greifswald schraubenförmige Implantate verwendet, wobei die ITI-Implantate der Firma Straumann als die am häufigsten verwendeten Systeme galten. Jährlich findet das Greifswalder Fachsymposium statt, das im Jahr 2022 sein 25. Jubiläum feierte und das 27. Symposium für den 29. Juni 2024 geplant ist.
Die Transformation der Zahnmedizin
Die Zahnmedizin hat sich über die Jahre erheblich gewandelt. Moderne Therapieverfahren und medizinische Materialien revolutionierten den chirurgischen Alltag der Zahnärzte und trugen zur Verbesserung der Patientenversorgung bei. Diese Entwicklungen, die teilweise auf Ereignisse wie die Forschungsanstrengungen in Greifswald zurückzuführen sind, zeigen, wie dynamisch das Feld der Zahnheilkunde ist.
Das Engagement für Qualität in der zahnärztlichen Versorgung, verstärkt durch die neuesten Forschungen und technologischen Fortschritte, bleibt von zentraler Bedeutung, um die Herausforderungen im Gesundheitswesen zu meistern. Mit Pionieren wie Prof. Dr. Dr. Peter Sieg und Institutionen wie der Universität Greifswald wird die Zukunft der zahnärztlichen Chirurgie entscheidend geprägt.
Die akademische und praktische Weiterbildung steht in der Zahnmedizin im Fokus, mithilfe von Fortbildungen wie denen der Akademie für Zahnärztliche Fortbildung Karlsruhe und dem ständigen Austausch unter Fachleuten, um dem hohen Anspruch an die zahnmedizinische Versorgung gerecht zu werden. Die Themen, die hier behandelt werden, betreffen nicht nur den dualen Berufsstand von Dentisten und Zahnärzten, sondern auch grundlegende Veränderungen und Fortschritte in der Zahnheilkunde.