Rund ein Viertel der Erwachsenen in Deutschland ist adipös, und die Tendenz ist steigend. Insbesondere die Zulassung von Wegovy, einem höher dosierten Semaglutid, das seit Juli 2023 zur Gewichtsreduktion in Deutschland erhältlich ist, hat für mediale Aufmerksamkeit gesorgt. Nach Angaben von uni-wh.de zeigt dieses Medikament nicht nur vielversprechende Ergebnisse in klinischen Studien, die Gewichtsverluste von bis zu 15 Prozent des Körpergewichts demonstrieren, sondern schafft auch eine enorme Nachfrage, die schnell die Produktionskapazitäten überstieg.

Semaglutid wirkt, indem es die Magenentleerung verlangsamt, das Sättigungsgefühl steigert und den Appetit dämpft. Dennoch äußert Prof. Dr. Klaus Weckbecker von der Universität Witten/Herdecke, dass die Wirksamkeit oft überschätzt und die Nebenwirkungen unterschätzt werden. Er betont, dass dieses Medikament insbesondere für Menschen mit Typ-2-Diabetes und Übergewicht (BMI über 30) verschrieben wird.

Nebenwirkungen und Therapieabbruch

Wie andere Medikamente hat auch Semaglutid seine Risiken. Laut quarks.de brechen einige Personen die Therapie aufgrund unangenehmer Nebenwirkungen ab. Zu den seltenen, aber schweren Nebenwirkungen zählen Bauchspeicheldrüsenentzündungen, Nierenprobleme und Gallenwegserkrankungen. Die Unklarheit über das Risiko von Krebs durch diese Abnehmspritzen bleibt, da die Wirkstoffe noch nicht lange genug verwendet werden.

Die Therapie sollte stets mit einer eiweißreichen Ernährung und ausreichenden Bewegung kombiniert werden, um Muskelabbau zu vermeiden. Interessanterweise berichten Forschende über positive Nebeneffekte: eine Verringerung des Risikos für Suchtprobleme, psychotische Störungen und sogar Auswirkungen auf Erkrankungen wie Alzheimer und Demenz.

Medikamentöse Unterstützung bei Adipositas

Die Deutsche Adipositas-Gesellschaft hebt hervor, dass die Basistherapie, bestehend aus Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltensinterventionen, die Grundlage der Behandlung von Adipositas bildet. Medikamente wie Semaglutid können dann unterstützend wirken. Neben Wegovy sind in Deutschland auch andere Medikamente zur Gewichtsreduktion zugelassen, wie Liraglutid und Orlistat.

Die mit Semaglutid verbundene durchschnittliche Gewichtsreduktion liegt bei etwa 15 Prozent nach einem Jahr. Dabei erreichen etwa ein Drittel der Patienten sogar eine Gewichtsreduktion von 20 Prozent. Die häufigsten Nebenwirkungen sind gastrointestinale Beschwerden, und etwa 7 Prozent der Patient:innen brechen die Behandlung aufgrund von Nebenwirkungen ab.

Während die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten von bis zu 300 Euro pro Monat für Semaglutid derzeit nicht übernehmen, ruft Weckbecker zur Prävention von Adipositas über Medikamente hinaus auf. Er fordert eine ausgewogene Schulverpflegung, mehr Bewegungsangebote für Kinder sowie klarere Lebensmittelkennzeichnungen und schlägt eine Zuckersteuer vor. Solche Maßnahmen könnten helfen, die gesellschaftlichen Ernährungsgewohnheiten nachhaltig zu verändern, um die Adipositastendenz zu bremsen.

Die Diskussion um Adipositas und deren Behandlung bleibt also aktuell und vielschichtig. Die mediale Aufmerksamkeit und wissenschaftlichen Erkenntnisse verweben sich in einem komplexen Geflecht aus Chancen und Risiken, das sowohl individuelle als auch gesamtgesellschaftliche Dimensionen anspricht. Informationen zur Einsichtnahme finden Sie auch im Angebot der Deutschen Adipositas-Gesellschaft, die Antworten auf häufige Fragen zu Adipositas-Medikamenten zusammengestellt hat.