Ein Thema, das in Deutschland immer mehr in den Fokus rückt, ist die Adipositas. Am 17. Februar 2026 kündigt sich ein bedeutendes Event an, das sich diesem gewaltigen Gesundheitsproblem annimmt. Der Kongress der Deutschen Adipositas Gesellschaft (DAG) findet vom 23. bis 25. September 2026 an der Universität Potsdam statt und wird von Prof. Dr. André Kleinridders geleitet. Adipositas betrifft etwa 17 Millionen Menschen in Deutschland und ist als chronische Krankheit anerkannt. Die Zahlen sind alarmierend: Fast 50% der Frauen und über 50% der Männer hierzulande haben Übergewicht.

Die DAG engagiert sich dafür, Prävention und Therapie von Adipositas zu stärken. Ziel des Kongresses ist es, aktuelle Ansätze zur Prävention sowie pharmakologische, verhaltensbasierte und chirurgische Therapieoptionen zu erörtern. Sogar neueste Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung werden vorgestellt, was für frischen Wind in der Diskussion sorgt. Interdisziplinäres Handeln und Austausch sind dabei besonders wichtig, um nachhaltige Erfolge zu erzielen.

Ein internationaler Blick auf Adipositas

Ein weiterer interessanter Aspekt ist die internationale Ausrichtung des Kongresses durch die Beteiligung der European Association for the Study of Obesity (EASO). Die Vorträge werden simultan auf Deutsch und Englisch übersetzt, sodass eine breite Teilnehmerschaft angesprochen werden kann. Studierende können zu einer ermäßigten Tagungsgebühr von 60 Euro teilnehmen, was die Zugangshürden senkt.

Die Thematik „Adipositas“ allein hat zudem enorme Auswirkungen auf das Gesundheitssystem. Laut dem Robert Koch-Institut (RKI) sind Übergewicht und Adipositas nicht nur direkte Ursachen für zahlreiche Beschwerden, sondern begünstigen auch die Entstehung weiterer chronischer Krankheiten wie Diabetes mellitus und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Diese Entwicklungen führen zu erheblichen Kosten für das Gesundheits- und Sozialsystem, die sich schon jetzt auf etwa 63 Milliarden Euro jährlich belaufen.

Kosten und gesundheitliche Relevanz

Diese Kosten setzen sich aus direkten und indirekten Ausgaben zusammen. Zu den direkten Kosten zählen Behandlungen von Adipositas und damit verbundenen Erkrankungen, während indirekte Kosten beispielsweise durch Produktivitätsverluste und verminderte Lebensqualität entstehen. Laut der Universität Hamburg entfallen etwa 29 Milliarden Euro auf direkte und rund 34 Milliarden Euro auf indirekte Kosten.

Insgesamt wird geschätzt, dass Adipositas bis zum Jahr 2050 einen signifikanten Anteil der Gesundheitsausgaben in den OECD-Ländern ausmachen wird. Ein Modell der OECD prognostiziert, dass Adipositas etwa 70 Prozent der Diabetes-Behandlungskosten sowie 23 Prozent der Kosten für Herzkreislauferkrankungen verursacht. Diese Zahlen verdeutlichen die immense Public-Health-Relevanz des Themas.

Der Kongress an der Universität Potsdam wird daher eine wichtige Plattform bieten, um Lösungen und Ansätze zur Bekämpfung dieser Herausforderung zu entwickeln. Ende Februar öffnen die Registrierung und die Abstract-Einreichung, sodass Interessierte sich auf die fachliche Auseinandersetzung mit diesem drängenden Thema vorbereiten können.

Weitere Informationen und Entwicklungen rund um den Kongress sind auf der Website der Universität Potsdam sowie vom RKI und der Adipositas Gesellschaft zu finden: Universität Potsdam, Robert Koch-Institut, Adipositas Gesellschaft.