Am 13. Februar 2026 hat der Erweiterte Akademische Senat der Freien Universität Berlin Andrea Güttner zur neuen Kanzlerin gewählt. Die Wahl, die auf Vorschlag des Universitätspräsidenten und im Einvernehmen mit dem Kuratorium stattfand, erfolgte einstimmig mit 55 von 55 Stimmen. Andrea Güttner wird ihr Amt am 1. Juli 2026 antreten und übernimmt damit eine zentrale Rolle in der Hochschulverwaltung.

In ihrer Funktion als Kanzlerin wird Güttner für wichtige Bereiche wie Haushalt, Personal, Sicherheit und Informationen sowie die bauliche und technische Infrastruktur verantwortlich sein. Gemeinsam mit dem Präsidium wird sie die strategische Weiterentwicklung der Freien Universität Berlin vorantreiben. Die Wahl von Güttner steht für eine Kontinuität und enge Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteuren der Universität und wird von vielen als positiv wahrgenommen.

Erfahrungen und Interimstätigkeit

Andrea Güttner, 54 Jahre alt, bringt umfangreiche Erfahrungen in der Hochschulverwaltung sowie im Wissenschaftsmanagement mit. Seit 2022 hatte sie bereits die Interimsgeschäfte der Kanzlerin übernommen und konnte seither mehrere wichtige Projekte umsetzen. Dazu gehören die Neustrukturierung einzelner Verwaltungsbereiche sowie die Konzeption und Umsetzung zentraler IT- und Digitalisierungsprojekte, die für die zukünftige Entwicklung der Universität von großer Bedeutung sind.

Vor ihrer Tätigkeit an der Freien Universität arbeitete Güttner im akademischen Controlling und in der Hochschulberatung. Ihre Expertise in der Organisation und Verwaltung wurde besonders in ihrer Zeit als Leiterin der Verwaltung des Fachbereichs Politik- und Sozialwissenschaften sowie mehrerer Zentralinstitute deutlich.

Hintergrund zur Kanzlerinnenwahl

Die Wahl von Andrea Güttner wird auch im Kontext der Kontroversen rund um ihre Vorgängerin Andrea Bör betrachtet. Bör ist seit 2016 Kanzlerin der Freien Universität Berlin, konnte jedoch seit fast drei Jahren ihr Amt nicht ausüben. Der Grund hierfür war eine Affäre, die im Oktober 2021 ans Licht kam. Bör hatte eigenmächtig eine Personalagentur beauftragt, was zu einem Misstrauensvotum des Akademischen Senats führte. Unipräsident Günter Ziegler äußerte sich positiv über die Zusammenarbeit in der Unileitung seit Börs Abwesenheit und lobte die interimistischen Leistungen von Güttner.

Bör bleibt weiterhin in einer rechtlichen Grauzone, da ein laufendes Disziplinarverfahren und eine Strafanzeige gegen sie bis November 2024 abgeschlossen sein sollen. Während ihres Dienstverbots erhält sie ein monatliches Gehalt von etwa 10.000 Euro, das seit Beginn des Verbots über 300.000 Euro aus dem Hochschuletat ausmacht. Trotz dieser Herausforderungen strebt sie eine Rückkehr an die Universität an.

Der aktuelle Stand der Hochschulleitungen in Deutschland

In den letzten Jahren hat sich der Frauenanteil in Hochschulleitungen stetig erhöht. Laut dem aktuellen CHE-Check 2025 sind 35,1 % der Präsident*innen und Rektor*innen an Hochschulen Frauen. Besonders an Hochschulen für angewandte Wissenschaften hat sich der Frauenanteil von 25 % auf 30 % erhöht. Insgesamt wurden 75 Universitäten und 99 Hochschulen in die Erhebung einbezogen, und die Veränderung trotz der Herausforderungen in der Hochschulveraltung zeigt, dass der Trend zu mehr Diversität an den Hochschulen anhält.

Mit Andrea Güttner an der Spitze der Freien Universität wird ein neues Kapitel in der Hochschulverwaltung aufgeschlagen. Während sie sich auf ihre bevorstehenden Aufgaben vorbereitet, wird es spannend sein zu beobachten, wie sich die Entwicklungen innerhalb der Universität und in der Landschaft der Hochschulleitungen im Speziellen weiter gestalten werden.

Die Entwicklungen der letzten Jahre verdeutlichen die Komplexität und Dynamik, die mit der Führung von Hochschulen verbunden sind. Andrea Güttner hat die Chance, in dieser Rolle neue Akzente zu setzen und die Zukunft der Freien Universität Berlin entscheidend mitzugestalten.

Für weitere Informationen besuchen Sie die Artikel auf fu-berlin.de, furios-campus.de und hochschuldaten.che.de.