Am 23. März 2026 wird in Dessau anlässlich des 100. Jubiläums des Bauhauses eine besondere Ausstellung eröffnet. Diese wird von der TU Bergakademie Freiberg unterstützt, wobei zahlreiche Leihgaben präsentiert werden. Walter Gropius, der Gründer des Bauhauses, sah in den Materialien Eisen, Beton und Glas die industriellen Baustoffe der Zukunft, die die herkömmlichen Naturbaustoffe überholen sollten. In der Ausstellung werden geowissenschaftliche Sammlungen sowie eine Sammlung für Eisenmetallurgie vorgestellt, die Proben im Bereich ‚Metall‘ präsentieren und den Werdegang vom Mineral bis zum fertigen Eisen und Stahl dokumentieren. Besonders bemerkenswert sind die spezifischen Erze und Legierungen, die in den Freiberger Sammlungen einzigartig sind. Dr. Andreas Benz, der Leiter der Kustodie, führt durch diese faszinierende Materie.
Die Exponate umfassen neben historischen Objekten wie einem Sprengstück einer Granate aus dem Ersten Weltkrieg auch einen Lehrkasten aus den 1950er Jahren, der den Entstehungsprozess von Aluminium veranschaulicht. Darüber hinaus stammen zwei Objekte, darunter ein Hochspannungsmast und mehrere Raumzellen, aus dem Modellbestand des VEB Metalleichtbaukombinat und verdeutlichen den Grundgedanken des Bauhauses: industrielles und ressourcensparendes Bauen nach dem Zweiten Weltkrieg. [tu-freiberg.de berichtete, dass …]
Das Bauhaus und seine Ideale
Die Bauhaus-Bewegung war nicht nur für ihre architektonischen Innovationen bekannt, sondern auch für ihre progressive Haltung gegenüber Geschlechtergerechtigkeit. Walter Gropius verkündete bereits 2019, dass Lehrlinge unabhängig von Alter und Geschlecht aufgenommen werden sollten. Damit war das Bauhaus eine der ersten Institutionen, die Frauen kostenfreien Zutritt zu einer öffentlichen Kunstschule gewährte. Dennoch erlebten viele Bauhaus-Schülerinnen in der Praxis wenig Gleichberechtigung, da sie häufig in klassisch weibliche Bereiche wie Weberei und Töpferei gedrängt wurden. [awmagazin.de berichtet über die Herausforderungen für Frauen im Bauhaus]
Ein Beispiel dafür ist Gertrud Arndt, die sich mit dem Traum, Architektin zu werden, auseinandersetzen musste, aber in der Weberei arbeiten sollte. Trotz ihrer bemerkenswerten Entwürfe fand keine weitere Nutzung des Webstuhls nach ihrem Abschluss statt. Gunta Stölzl, eine weitere bedeutende Bauhaus-Schülerin, wurde in der Webereiklasse zur Jungmeisterin und leitete eine Weberei, die zur wichtigsten Einnahmequelle der Schule wurde. Auch Alma Siedhoff-Buscher kämpfte um ihren Platz und überredete Gropius, sie in der Holzbildhauerei arbeiten zu lassen.
Ikonen des Bauhauses
Eine der bekanntesten Schülerin des Bauhauses war Marianne Brandt, die von László Moholy-Nagy gefördert wurde. Sie durfte in der Metallwerkstatt arbeiten und entwarf eine ikonische Teekanne sowie weitere Produkte, darunter Beleuchtungskörper. Zudem war sie auch als Fotografin aktiv und setzte die Prinzipien des Bauhauses visuell um. Ihre Arbeit zeigt, wie Frauen trotz der Hürden und Einschränkungen, die sie erlebten, bedeutenden Einfluss auf die Entwicklung des Bauhauses ausüben konnten. [awmagazin.de thematisiert die Rolle von Frauen im Bauhaus]
Die Ausstellung in Dessau verspricht, die vielseitigen Aspekte dieser Bewegung zu reflektieren – sowohl die innovativen Baustile als auch die sozialen Herausforderungen, mit denen viele Frauen konfrontiert waren. Diese Betrachtungen sind nicht nur eine Ehrerbietung an die Vergangenheit, sondern auch eine Einladung, die Lehren des Bauhauses für die Gegenwart und Zukunft zu nutzen.



