Am 13. Februar 2026 unterzeichnete die Universität Bielefeld einen Meilenstein im Bereich der Hochschulbildung: ein Abkommen zur Einführung eines neuen Multiple Degree Masterstudiengangs „Inclusion Studies“. Dieses innovative Programm, das im Wintersemester 2027/28 starten wird, nimmt einen bedeutenden Platz in der europäischen Hochschulallianz NEOLAiA ein und zieht Kooperationen mit zwei Partneruniversitäten an, der Universität Ostrava in Tschechien und der Ștefan cel Mare Universität in Suceava, Rumänien.

Rektorin Professorin Dr. Angelika Epple unterzeichnete die Vereinbarung, die Absolvent*innen den Erhalt von Abschlüssen aller drei Universitäten ermöglicht. Zielgruppe des Studienprogramms sind Bachelor-Absolvent*innen der NEOLAiA-Partnerhochschulen, die in verwandten Fächern wie Erziehungs- oder Sozialwissenschaften studiert haben. Es ist zu erwarten, dass auch Bewerbungen von Studierenden außerhalb dieser Allianz möglich sind, was die Zugänglichkeit des Programms erhöht.

Studienablauf und Mobilitätsmöglichkeiten

Der Studienablauf ist darauf ausgelegt, den Studierenden eine umfassende internationale Erfahrung zu bieten. Die Studierenden verbringen das erste Semester in Ostrava, das zweite in Bielefeld und das dritte in Suceava. Das vierte Semester widmet sich der Masterarbeit, die an einer der drei Partneruniversitäten angefertigt wird. Während des Studiums sind zwei integrierte Auslandsaufenthalte vorgesehen, die durch die Erasmus+ Förderung unterstützt werden können.

Diese Schritte sind Teil einer breiteren Initiative, die darauf abzielt, inklusive Bildung zu fördern und Diversität in der Hochschulbildung zu stärken. In diesem Kontext spielt der Bootcamp, der vom 4. bis 6. November 2025 an der Ștefan cel Mare Universität stattfand, eine entscheidende Rolle. In dieser Veranstaltung wurde der Studiengang detailliert vorbereitet: Die Partneruniversitäten definierten die Studienmodule und erarbeiteten einen einheitlichen pädagogischen Ansatz, um Kohärenz und akademische Qualität sicherzustellen.

Chancen und Herausforderungen der inklusiven Hochschulbildung

Die Bedeutung eines Programms wie „Inclusion Studies“ reicht weit über die akademischen Abschlüsse hinaus. Es soll Berufsperspektiven in verschiedenen Bereichen eröffnen, darunter Bildung, Forschung und internationale Organisationen. Doch die Herausforderungen sind nicht zu unterschätzen. Die inklusive Hochschulbildung fordert geeignete Bedingungen für Studierende aus unterschiedlichen sozialen Verhältnissen. Finanzielle Unterstützung allein ist oft nicht ausreichend.

Um echte Inklusion zu erreichen, sind weitere Maßnahmen notwendig, darunter Mentoring-Programme und flexible Studienmöglichkeiten. Die EU verfolgt im Rahmen ihrer Agenda eine Stärkung der sozialen Dimension in der Hochschulbildung und unterstützt integrative Strategien zur Förderung des Studienerfolgs. Dies umfasst auch die Entwicklung flexibler, modularer Studienprogramme und die Anerkennung bereits erworbener Kenntnisse.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der neue Masterstudiengang „Inclusion Studies“ nicht nur eine bedeutende akademische Initiative darstellt, sondern auch einen wichtigen Schritt in Richtung einer integrativen und gerechten Hochschulbildung in Europa bedeutet. Die stetige Entwicklung hin zu inklusiven Bildungsstrukturen wird zunehmend wichtiger, um den Herausforderungen einer sich diversifizierenden Gesellschaft zu begegnen.

Die Initiativen und Rahmenbedingungen, die durch Programme wie Erasmus+ unterstützt werden, sind entscheidend für die allgemeine Zielsetzung, eine Hochschulzulassung zu schaffen, die die Vielfalt der europäischen Bevölkerung widerspiegelt. Um die soziale Dimension der Hochschulbildung nachhaltig zu stärken, ist ein bereichsübergreifendes Engagement auf nationaler und akademischer Ebene unerlässlich.

Für interessierte Studierende beginnt die Bewerbungszeit im November 2026 und endet im März 2027, abweichend von üblichen Fristen. Die Aussicht auf einen internationalen und interdisziplinären Studiengang macht das Programm zu einer wertvollen Ergänzung des europäischen Bildungsangebots.

Universität Bielefeld, NEOLAiA, EU Bildungsportal