Am 31. März 2026 fand an der Technischen Universität Chemnitz der 2. Aktionstag für Politische Bildung statt, unter dem Titel „SCHULE. MACHT. POLITIK. – Bildung zwischen Neutralität und Verantwortung“. Dieser bedeutsame Tag zog rund 80 Lehrkräfte aus Sachsen sowie Lehramtsstudierende der Universität an, die sich in einem produktiven Austausch über die Herausforderungen und Chancen in der politischen Bildung engagierten. Dies berichtet die Technische Universität Chemnitz.
Der Aktionstag hatte das Ziel, Impulse aus Wissenschaft und Praxis zu geben und eine Plattform für den Austausch zwischen Akteuren der Politischen Bildung zu schaffen. Prof. Dr. Leena Bröll, die stellvertretende Direktorin des Zentrums für Lehrkräftebildung, war eine der Hauptorganisatorinnen des Events und trug entscheidend zu dessen Erfolg bei.
Vielfältige Themen und Perspektiven
Im Rahmen der Veranstaltung wurden Workshops und Vorträge angeboten, die sich mit der politischen Verantwortung von Lehrkräften und der Neutralität in der demokratischen Bildung beschäftigten. Malte Jelschen von der Universität Bremen stellte ein innovatives Forschungsprojekt vor, das sich mit der politisch-historischen Bildung von Grundschulkindern auseinandersetzt. Die Inhalte seiner Präsentation fanden großen Anklang und regten zu intensiven Diskussionen an.
Ein weiterer zentraler Punkt war der Beitrag von Dr. Roland Löffler von der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung. Er beleuchtete die Verantwortung, die Lehrkräfte in der heutigen politischen Landschaft tragen, insbesondere im Kontext der Herausforderungen, die durch Extremismus und Fake News entstehen. Diese Themen sind nicht nur für die Schule von Bedeutung, sondern auch für die gesamte Gesellschaft.
Zusätzlich wurde die Diskussion über eine demokratische Schulkultur angeregt, die für das Lernen und Zusammenleben in der Schule essenziell ist. Bildungspartner wie der SPREUWEIZEN e.V., das Netzwerk für Demokratie und Courage, sowie das Landesamt für Schule und Bildung (LASUB) und die Sächsische Landeszentrale für Politische Bildung trugen zur Vielfalt der Themen bei. Auch der Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis e.V. war aktiv beteiligt.
Erinnerung und Vermittlung von Geschichte
Ein bewegender Teil des Programms war der Bericht von Zeitzeugin Petra Weise, die ihre persönlichen Erfahrungen als politisch Gefangene in der DDR teilte. Ihre Erzählungen über die Vergangenheit trugen zur Reflexion über die Bedeutung der politischen Bildung in der Gegenwart bei.
Als Teil der Veranstaltung fand zudem ein Workshop über die DDR unter der Leitung von Kristina Hahn vom Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis e.V. statt. Dieser Workshop ermöglichte den Teilnehmern, sich intensiver mit der deutschen Geschichte auseinanderzusetzen und deren Relevanz für die heutige Bildung zu verstehen.
Politische Bildung, ebenso wie Medienbildung, haben sich an der TU Chemnitz als wichtige Bestandteile der Lehramtsausbildung etabliert. Die Fortführung des Aktionstags für Politische Bildung in den kommenden Jahren ist bereits geplant, um die Themen weiterhin zu vertiefen und die Bedeutung der politischen Bildung herauszustellen.



