Am 23. Februar 2026 fand an der Universität Vechta der 27. Regionale Grundschultag im Oldenburger Münsterland statt. Die Veranstaltung vereinte über 200 Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte, die sich mit dem Leitmotiv „Wo Bildung auf Innovation trifft – Wir bewegen Schule!“ intensiv mit der Bedeutung von Bewegung in der Schule auseinandersetzten. Die Eröffnungsrede hielt die niedersächsische Kultusministerin Julia Willie Hamburg, die sich auch zur Zukunft der Bildung und dem „Freiräume“-Prozess äußerte.

Der Interimspräsident der Universität, Prof. Dr. Thomas Bals, hob in seinem Grußwort die zentrale Rolle der Lehrkräftebildung hervor. Ebenso äußerte Franz-Josef Meyer, der Landesvorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung, seine Freude über das hohe Interesse der Schulen an innovativen Konzepten. Der Leiter des Kompetenzzentrums für regionale Lehrkräftefortbildung, Dr. Niels Logemann, würdigte die Kooperation der Bildungspartner, die für den Erfolg solcher Veranstaltungen entscheidend sei.

Innovative Ansätze und Herausforderungen

Ein zentrales Thema der Konferenz war die Ankündigung einer zweiten Tranche des Ermöglichungsbudgets, welches innovative Schul- und Unterrichtsentwicklung fördern soll. Der neue Projektansatz „Sichere Basis“ zielt darauf ab, zusätzliche Stunden für Basiskompetenzen und die sozial-emotionale Entwicklung der Schüler einzuführen. Nicht zuletzt wurde die anhaltende Problematik des Fachkräftemangels an Grundschulen angesprochen, die voraussichtlich noch zwei Jahre anhalten wird. Zudem wurde auf den demographischen Wandel und den prognostizierten Rückgang der Schülerzahlen hingewiesen.

Hermann Städtler, Programmleiter der „Bewegten, gesunden Schule Niedersachsen“, betonte in seiner Keynote die Bedeutung von Bewegung für den Lernprozess und kritisierte den Übergang vom Kindergarten zur Schule. Er verwies auf das Potenzial, das die Außenbereiche der Schulen für informelles Lernen bieten, insbesondere auf Pausenhöfen. Die Diskussionsrunde über die Anpassung von Hausaufgaben in der Grundschule regte die Teilnehmenden ebenfalls zu intensiven Überlegungen an.

Bewegung als Schlüssel zum Lernen

Bewegung spielt eine entscheidende Rolle bei der Förderung der Lernprozesse bei Kindern. Laut bpb.de beeinflusst Bewegung das Gehirn auf vielfältige Weise. Sie erhöht die Durchblutung und die Sauerstoffversorgung, was die Funktion der Gehirnzellen verbessert und das Wohlbefinden steigert. Bewegung führt auch zur Ausschüttung von Botenstoffen, die Stress abbauen und somit die Konzentration und Problemlösungsfähigkeiten der Schüler fördern.

Eine optimale körperliche Aktivität von mindestens 60 Minuten täglich wird von der Weltgesundheitsorganisation empfohlen. Auch wenn Bewegung nicht alle Herausforderungen im Schulalltag löst, so kann sie durch einfache Übungen, wie Atemübungen oder Yoga, in stressigen Situationen unterstützen. Der Fokus sollte jedoch nicht nur auf Bewegung liegen; die Qualität des Unterrichts und die Berücksichtigung der Bedürfnisse der Schüler sind ebenfalls entscheidend für den Lernerfolg.

Die Workshops während des Grundschultags boten praxisnahe Einblicke in verschiedene innovative Lehr- und Lernkonzepte. Themen wie Bewegung in Mathematik, Lesemotivation und inklusive Lernstrategien standen auf der Agenda. Zuvor hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, neueste Lehr- und Lernmittel auf einer begleitenden Verlagsausstellung zu entdecken.

Insgesamt machte die Veranstaltung deutlich, dass die Verbindung von Bewegung und Lernen nicht nur förderlich, sondern auch notwendig ist, um die Herausforderungen einer sich verändernden Bildungslandschaft zu meistern.