Blaudruck, eine traditionelle Textiltechnik, erfährt in der Lausitz und darüber hinaus eine Renaissance. Diese Kunstform, bei der Muster mittels handgeschnitzter Holzmodeln auf Stoffe aufgetragen und in Indigo gefärbt werden, ist nicht nur ein Handwerk, sondern auch ein wichtiger Bestandteil der kulturellen Identität der Region. Laut b-tu.de macht die Rückläufigkeit des Wissens über diese Technik vielen Menschen Sorgen, da sie oft von älteren Generationen überliefert wird und zunehmend in Vergessenheit gerät.

Um die Tradition des Blaudrucks lebendig zu halten, findet am 27. und 28. März 2026 im Wendisch-Deutschen Heimatmuseum Jänschwalde/Janšojce ein Blaudruck-Wochenende statt. Im Mittelpunkt steht ein Erzähl-Café, das dazu einlädt, persönliche Geschichten und Erfahrungen über Blaudruck auszutauschen. Richard Pantzier von der BTU Cottbus-Senftenberg leitet das Projekt „Praxisforschungsstelle Cottbus“, das das Ziel verfolgt, unsichtbare Wissensbestände sichtbar zu machen und weiterzugeben.

Vielfältiges Programm im Heimatmuseum

Für das Blaudruck-Wochenende, das vom Projekt zur Inwertsetzung immateriellen Erbes im deutsch-slawischen Kontext in Zusammenarbeit mit dem Heimatmuseum organisiert wird, sind verschiedene Veranstaltungen geplant:

  • Freitag, 27. März 2026:
    • 15 Uhr: Erzähl-Café
    • 16:30 Uhr: Einblick in die Experimentierwerkstatt
  • Samstag, 28. März 2026:
    • 10 Uhr: Workshop Ostereiermalen
    • 13 Uhr: Workshop „Färben mit Indigo“ (bereits ausgebucht)

Die Veranstaltung wird von Jörg Ackermann moderiert, der aktiv im Lenkungskreis des Projektes beteiligt ist. Eine Anmeldung ist beim Heimatmuseum empfohlen.

UNESCO-Anerkennung und kulturelle Bedeutung

Der Blaudruck wurde am 28. November 2018 in die Repräsentative Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit der UNESCO aufgenommen. Diese Entscheidung unterstreicht die kulturelle Bedeutung der Technik und deren Bedrohung durch Massenproduktion. In den Ländern Österreich, Deutschland, Tschechien, Slowakei und Ungarn sind nur noch wenige Werkstätten aktiv, die meist von Familien betrieben werden. In Deutschland hingegen existieren lediglich zwölf Blaudruckwerkstätten, wie unesco.de berichtet.

Unter den aktiven Blaudruck-Werkstätten in Österreich sind nur zwei bemerkenswert: die Original Blaudruck Koó im Burgenland und die Blaudruckerei Wagner in Oberösterreich. Diese Werkstätten repräsentieren nicht nur die technische Fertigkeit, sondern auch die kulturelle Identität in einer von miesen Arbeitsbedingungen und Massenproduktion geprägten Welt. Die UNESCO-Anerkennung soll darauf aufmerksam machen, dass ohne gezielte Maßnahmen das Wissen um diese handwerkliche Kunst verloren gehen könnte.

Sowohl internationale Designer als auch junge Talente entdecken nach und nach den Blaudruck neu und arbeiten oft eng mit den letzten verbliebenen Werkstätten zusammen. Laut blaudruck.at hilft die UNESCO-Würdigung nicht nur bei der Rettung dieser Kunstform, sondern ist auch ein Aufruf an alle Beteiligten, sich für den Erhalt des Wissens und die Förderung der Werkstätten einzusetzen.