Am 14. Februar 2026 wurde Prof. Dr. Rita Borromeo Ferri zur Vizepräsidentin der Universität Kassel gewählt. Prof. Dr. Ute Clement, eine prominente Figur in der Bildungspolitik, schlug Borromeo Ferri aufgrund ihrer umfassenden Expertise in der Didaktik der Mathematik vor. Die frisch gewählte Vizepräsidentin ist insbesondere für ihre internationale Vernetzung und ihre Rolle als Didaktikerin bekannt. Seit 2011 hat sie eine Professur für Didaktik der Mathematik für die Sekundarstufe I an der Universität Kassel inne.

Rita Borromeo Ferri ist die Initiatorin des MINT-Hubs Kassel, einer Plattform, die den Austausch zwischen Schulen, der Universität und externen Partnern in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik fördert. Ihre Forschungsgebiete reichen vom mathematischen Modellieren über kognitionspsychologische Analysen bis hin zu innovativen Ansätzen zum Lehren und Lernen mit Künstlicher Intelligenz (KI). Ihre Verdienste wurden 2018 mit dem Hessischen Hochschulpreis für Exzellenz in der Lehre gewürdigt.

Ziele und Visionen

In ihrer neuen Rolle möchte Borromeo Ferri mehrere ambitious Ziele verfolgen. Sie plant, die qualitative, internationale, digitale und vernetzte Gestaltung von Studium und Lehre an der Universität Kassel voranzutreiben. Ein zentrales Anliegen ist die Integration von KI in die Lehre und das Lernen. Diese moderne Ausrichtung ist auch Teil der bundesweit geltenden Bildungsstandards, die von der Kultusministerkonferenz (KMK) kontinuierlich weiterentwickelt werden.

Besonders wichtig ist ihr die Internationalisierung des Studienangebots sowie die Etablierung eines dualen Studiums. Zudem will sie die MINT-Bildung fördern, um Studierenden den Erfolg zu gewährleisten und Maßnahmen zur Vermeidung von Studienabbrüchen weiterzuentwickeln. Borromeo Ferri äußerte ihren Dank für das Vertrauen, das ihr entgegengebracht wurde, und freut sich auf die kommenden Herausforderungen.

Hintergrund und Herausforderungen

Die Entwicklungen im Bereich der MINT-Bildung stehen in engem Zusammenhang mit den Empfehlungen der KMK, die bereits 2009 beschlossen wurden. Diese Empfehlungen zielen darauf ab, das mathematisch-naturwissenschaftliche Interesse frühzeitig zu fördern und den Praxisbezug des Unterrichts zu verstärken. Im Jahr 2024 wurde eine Neufassung der Empfehlungen verabschiedet, die veränderte Rahmenbedingungen und zukünftige Herausforderungen berücksichtigt.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Entwicklung eines „Eckpunktepapieres zur Verankerung von Medienbildung und informatischer Bildung in der Grundschule“. Durch dieses Papier sollen Impulse für die digitale Medienbildung in den Schulen gegeben werden, welches auch die Schnittstellen zwischen dem Elementar- und Primarbereich sowie der Sekundarstufe I betrachtet.

Die Herausforderungen, die während der Amtszeit ihres Vorgängers René Matzdorf auftraten, insbesondere die Schwierigkeiten während der Corona-Pandemie und die Integration von generativer KI in den Unterricht, wurden von Prof. Clement gewürdigt. Sie lobte Matzdorfs Einsatz in den Bereichen Studium und Lehre und stellte fest, dass diese Herausforderungen nun Borromeo Ferris neue Amtszeit prägen werden.

Insgesamt verspricht sich die Universität Kassel durch die Wahl von Rita Borromeo Ferri neue Impulse für die Weiterentwicklung der Lehre und Nutzung neuer Technologien im Bildungsbereich.