Die Anforderungen an die Fachkräftesicherung in der Lausitz nehmen zu, besonders im Industriepark Schwarze Pumpe (ISP). Aktuell sind dort rund 5.000 Menschen in etwa 110 Unternehmen tätig. Das Wachstum des Industrieparks erfordert jedoch weitere qualifizierte Mitarbeiter. Um diesem Bedarf gerecht zu werden, wurde das Innovatorium Lausitz (ILAU) ins Leben gerufen, das darauf abzielt, Fachkräfte zu gewinnen, zu qualifizieren und langfristig in der Region zu integrieren. Die Brandenburgische Technische Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg engagiert sich aktiv in diesem Projekt und wird eine zentrale Rolle im NEXUS-HUB spielen, der als organisatorische und soziale Schaltzentrale des ILAU fungiert.
Der Letter of Intent (LOI), unterzeichnet durch Prof. Dr. Michael Hübner von der BTU und die Projektverantwortlichen Christine Herntier sowie Petra Axel vom Zweckverband ISP, unterstreicht das Engagement der Hochschule, frühzeitig Studierende für den Standort zu begeistern. Das Investitionsvolumen für das ILAU wird mit bis zu 60 Millionen Euro beziffert, wobei ein rund zehnstöckiger Tower mit Räumen für Gesundheitsdienstleistungen, Qualifizierung, Weiterbildung und zeitweises Wohnen geplant ist.
Wachsende Anforderungen und strategische Planung
Gemäß den Ankündigungen im ISP sind bis 2030 Ansiedlungs- und Infrastrukturprojekte im Wert von über 3 Milliarden Euro in Planung. Dazu gehört die Erweiterung der Industrieflächen um rund 350 Hektar. Um den erhöhten Bedarf an qualifizierten Fachkräften zu decken, wird geschätzt, dass etwa 1.200 neue Mitarbeiter aus dem Bestand der ansässigen Unternehmen gewonnen werden müssen. Darüber hinaus sollen durch die geplanten Neuansiedlungen zusätzlich etwa 1.000 Arbeitsplätze geschaffen werden, was das Innovatorium Lausitz zu einem wichtigen Projekt für die Fachkräftesicherung in der Region macht, wie innovatorium-lausitz.de beschreibt.
Das Fachkräftemonitoring, durchgeführt für das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), zeigt die aktuelle Herausforderung auf dem Arbeitsmarkt. Bis 2029 wird eine Nachfrage von rund 530.000 Fachkräften anstehen, hauptsächlich in 41 Fokusberufen, wo Engpässe identifiziert wurden. Die Mittelfristprognose analysiert dabei nicht nur die Arbeitsmarktströme, sondern legt auch besonderen Wert auf möglicherweise ungenutzte Potenziale, wie etwa die Erwerbsbeteiligung von Frauen, älteren Arbeitnehmern und Nicht-Deutschen. Um den sich verändernden Anforderungen gerecht zu werden, wird Weiterbildung als entscheidend eingestuft, um Diskrepanzen zwischen Qualifikationen und den Anforderungen des Arbeitsmarktes zu minimieren.
Demografische Herausforderungen und Zukunftsperspektiven
Der demografische Wandel verstärkt die beruflichen Engpässe, insbesondere in strukturschwachen Regionen wie der Lausitz. Während die Erwerbsbeteiligung älterer Arbeitnehmer kurzfristig das Arbeitskräfteangebot erhöhen könnte, zeigen Prognosen, dass eine langfristige Erhöhung durch Frauen und Nicht-Deutsche wesentlich positive Effekte bringen könnte. Der Rückgang der Menschen im erwerbsfähigen Alter in Deutschland wird zudem durch gezielte Einwanderung ausgeglichen werden müssen, um den Fachkräfteengpass zu bewältigen, wie bmas.de darstellt.
In Anbetracht dieser Herausforderungen ist der Aufbau des Innovatorium Lausitz ein bedeutender Schritt, um die Region zu stärken und die notwendigen Fachkräfte langfristig zu binden. Durch die enge Zusammenarbeit der BTU und der Unternehmen im Industriepark wird ein Fundament gelegt, auf dem eine berufliche Zukunft in der Lausitz gestaltet werden kann.