Am 27. Februar 2026 fand die jährliche Community Impact Project (CIP)-Messe an der Constructor University in Bremen statt. Studierende nutzten an diesem Tag die Gelegenheit, ihr akademisches Wissen in praktischen Projekten anzuwenden, die der lokalen Gemeinschaft in Bremen Nord und Umgebung zugutekommen. Diese Projekte sind ein integraler Bestandteil der Bachelorstudiengänge an der Universität. Seit 2020 haben über 1.200 Studierende an mehr als 50 CIPs teilgenommen und über 60 regionale Partner unterstützt, darunter Non-Profit-Organisationen, Schulen und Unternehmen. Die Initiative orientiert sich am nordamerikanischen Modell des „Service Learning“.
Die diesjährige Messe fand am 11. Februar statt, wo fast 20 aktive Projekte präsentiert wurden. Studierende berichteten an Ständen über ihre Erfahrungen und die erzielten Ergebnisse. Die Teilnahme an CIPs eröffnet internationalen Studierenden die Möglichkeit, interkulturelle Erfahrungen zu sammeln, was besonders wertvoll ist, da rund die Hälfte der Absolvent:innen nach dem Studium in Deutschland bleibt.
Vielfalt der Projekte
Die Projekte der CIP-Initiative sind vielfältig und adressieren unterschiedliche gesellschaftliche Herausforderungen. Teagan, eine Drittsemester-Studentin, beteiligte sich am Projekt „Easy-Safe Experiments“, das Kindergartenkindern sichere Wissenschaftsexperimente näherbringt. Adea Shala, eine Biochemie-Studentin, war im Projekt „Leben in Bremen Nord“ aktiv, welches soziale Aktivitäten und Englischunterricht für Schulkinder und Senior:innen organisiert. Solche Initiativen stärken die Beziehungen zwischen der Universität und der lokalen Gemeinschaft.
Interessierte konnten auch bei der CIP Pitch Night im Bremer Haus der Wissenschaft sieben Teams hören, die ihre Ideen vor etwa 200 Zuhörern präsentierten. Zu den vorgestellten Projekten gehören:
- Bicycle Workshop: Reparatur gebrauchter Fahrräder zur Unterstützung von Geflüchteten.
- Overbeck-Museum-Projekt: Verbesserung der Zugänglichkeit für Menschen mit Sehbehinderungen.
- Brain Battle: Psychologische Vorbereitung sportlicher Leistungen mit KI-Methoden.
- Robokids: Förderung von MINT-Interessen bei Jugendlichen durch Zugang zum Robotiklabor der Universität.
- Urban Pergola: Begrünung von Innenstädten zur Verbesserung des Stadtklimas.
- W.Orchid: Entwicklung von Technologie zur Kühlung und Wasserabsorption von Gebäuden als Antwort auf den Klimawandel.
- Ghosts of History: Eine Augmented-Reality-App für historische Stadterlebnisse.
Die Studierenden können entweder bestehenden Projekten beitreten oder eigene Initiativen gründen, müssen dabei jedoch auf gesellschaftliche Bedürfnisse reagieren und einen Bezug zu ihrem Studienfach herstellen. Für die Teilnahme an einem CIP sind mindestens 125 Stunden gemeinnütziger Arbeit erforderlich. Die CIP Pitch Night wurde von der Wolfgang-Ritter-Stiftung unterstützt, die insgesamt 1.500 Euro an Preisgeldern bereitstellte.
Engagement und Reflexion
Das Konzept von Service Learning, das akademisches Lernen mit bürgerschaftlichem Engagement verbindet, fördert nicht nur zivilgesellschaftliches Verantwortungsbewusstsein, sondern stärkt auch die fachlichen, methodischen, sozialen und persönlichen Kompetenzen der Studierenden. Durch begleitende Reflexionen wird der Lernprozess überprüft, und es entsteht neues erfahrungsbasiertes Wissen. Solche Ansätze sind nicht nur für die Studierenden von Bedeutung, sondern bieten auch einen wichtigen Beitrag zur Lösung gesellschaftlicher Probleme.
Wie Dr. Jakob Fruchtmann, Dozent an der Constructor University, betont, ist es entscheidend, mit lokalen Netzwerken und Organisationen zusammenzuarbeiten. Die Universität ist offen für Anfragen von regionalen Akteuren, die konkrete Bedürfnisse haben. Dies unterstützt die Initiative, den Dialog zwischen Wissenschaft und gemeinnütziger Praxis zu fördern und lokale Entwicklungen aktiv zu gestalten.