Am 17. Februar 2026 wird an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg ein innovatives Projekt ins Leben gerufen, das sich mit der proaktiven Vermeidung und Lösung von Konflikten in der Softwareentwicklung beschäftigt. Unter der Leitung von Prof. Leen Lambers, die im Fachgebiet Praktische Informatik/Softwaresystemtechnik tätig ist, trägt das DFG-Projekt den Titel „Conflict Prevention and Proactive Conflict Resolution Strategies for Graph Transformation“ (CORE-GT).
Das zentrale Ziel des Projekts besteht darin, einen Ansatz zu entwickeln, der Konflikte mithilfe von Graphentransformationen proaktiv angeht. Hierbei orientiert sich das Projekt am Capability Maturity Model Integration (CMMI), einem anerkannten Modell zur Optimierung von Abläufen und zur Etablierung effizienter Arbeitsweisen in verschiedenen Organisationen. Durch die Anwendung des CMMI-Modells soll es möglich werden, Probleme präventiv zu vermeiden, anstatt nur reaktiv auf sie zu reagieren.
Graphentransformationen als Schlüsseltechnologie
Die Verwendung von Graphen spielt eine zentrale Rolle in diesem Ansatz. Graphen sind leistungsfähige Mittel zur Darstellung komplexer Zusammenhänge und vielschichtiger Daten, wonach sie eine klare Beschreibung von Änderungen durch spezielle Graphentransformationsregeln bieten können. Diese Eigenschaften unterstützen die Entwicklung eines effektiven Ansatzes zur Konfliktbewältigung. Laut den Projektverantwortlichen zeigt die Forschung, dass es bislang wenige Studien gibt, die sich explizit mit der proaktiven Vermeidung oder Lösung von Konflikten in der Softwareentwicklung befassen.
Eines der Hauptziele des Projekts ist es, potenzielle Konflikte während des Entwicklungsprozesses durch vorab definierte Reparaturvorschläge zu vermeiden. Für unvermeidbare Konflikte sollen Lösungsschablonen verwendet werden, die semi-automatisch angewendet werden können. Dieser innovative Ansatz zielt darauf ab, die Effizienz und Qualität der Softwareentwicklung deutlich zu steigern.
Die Rolle des CMMI in der Softwareentwicklung
Das CMMI, welches von dem CMMI Institute, einer Tochtergesellschaft der ISACA, verwaltet wird, ist ein Programm zur Verbesserung von Prozessen und spielt eine entscheidende Rolle in der Softwareentwicklung. Mit fünf definierten Reifegraden – von „Initial“ bis „Optimizing“ – bietet das Modell eine strukturierte Herangehensweise gegenüber der Prozessverbesserung. Die neuesten Entwicklungen im CMMI, einschließlich der Version 3.0, die im April 2023 veröffentlicht wurde, integrieren moderne Management-Ansätze und bieten Orientierung für Organisationen, die Ihre Prozesse optimieren möchten.
Die geschätzte Zeit, die benötigt wird, um von einem Reifegrad zum nächsten aufzusteigen, zeigt das Potenzial dieses Modells: Die durchschnittliche Zeit von Level 1 zu Level 2 beträgt etwa fünf Monate, während der Aufstieg von Level 2 zu Level 3 in der Regel 21 Monate in Anspruch nimmt. CMMI-Modelle sind eine wertvolle Ressource, um geschäftliche Ziele zu erreichen und fortlaufende Probleme in der Softwareentwicklung zu adressieren.
Zusammengefasst soll das CORE-GT-Projekt der BTU dazu beitragen, das Wissen und die Methoden zur Konfliktbewältigung in der Softwareentwicklung zu erweitern. In Zusammenarbeit mit den Prinzipien des CMMI wird angestrebt, die Qualität und Effizienz in der Softwareentwicklung signifikant zu erhöhen und gleichzeitig innovative Ansätze zur proaktiven Konfliktlösung zu entwickeln.