Am Dienstag, den 3. Februar 2026, um 18.00 Uhr, fand im Senatssaal der Europa-Universität Viadrina die Buchvorstellung von Prof. Dr. Oliver Jens Schmitt statt. Eingeladen hatte der Viadrina-Jurist Prof. Dr. Markus Beham. Schmitt präsentierte sein Werk mit dem Titel „Moskaus westliche Rivalen – Eine europäische Geschichte vom Nordkap bis zum Schwarzen Meer“, das 2022 im Verlag Klett-Cotta veröffentlicht wurde.
Das Buch beschäftigt sich mit den politischen und kulturellen Unterschieden zwischen Russland und seinen westlichen Nachbarn. Schmitt, der seit 2005 als Professor für Geschichte Südosteuropas an der Universität Wien tätig ist, zieht in seiner Analyse einen zeitlichen Bogen vom Mittelalter bis zu den aktuellen geopolitischen Spannungen, insbesondere Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine, der im Februar 2022 begann. Dieser Konflikt wird als Angriff auf die grundlegenden Prinzipien von Frieden und Sicherheit in Europa betrachtet.
Inhaltliche Schwerpunkte
Ein zentraler Punkt von Schmitts Argumentation ist die These, dass die Unterschiede zwischen Moskau und seinen Nachbarn nicht auf Sprache oder Religion basieren, sondern vor allem auf der jeweiligen politischen Kultur. In seinem Buch untersucht er, inwiefern diese Unterschiede die zwischenmenschlichen und internationalen Beziehungen geprägt haben.
„Moskaus westliche Rivalen“ ist nicht nur eine historische Analyse, sondern kommentiert auch die gegenwärtigen Entwicklungen, wie die Zerschlagung der Zivilgesellschaft in Russland und Belarus. In diesen Ländern haben Diktaturen das freie Denken unterdrückt, Organisationen, die sich für Menschenrechte und Demokratie einsetzen, diffamiert und verboten.
Politische Realität in Osteuropa
Die aktuelle politische Lage in Russland und Belarus ist besorgniserregend. Zehntausende Menschen wurden aufgrund ihrer politischen Ansichten festgenommen und bestraft. Laut Osteuropa sind mehr als 1500 Menschen in Belarus und über 350 in Russland in politischen Prozessen zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Unter den verhafteten Oppositionellen war auch Aleksej Naval’nyj, der am 16. Februar 2024 in Haft starb. Sein Tod wird Putin und seinen Anhängern angelastet, die für die Verfolgung von Andersdenkenden verantwortlich sind.
Diese Entwicklungen zeigen die dringende Notwendigkeit, die politischen Kulturen und deren Einfluss auf die Gesellschaften in der Region zu verstehen. Schmitts Buch bietet daher nicht nur historische Einblicke, sondern auch eine kritische Auseinandersetzung mit den gegenwärtigen Herausforderungen in Osteuropa.
Auszeichnungen und Anerkennung
Die Relevanz von Schmitts Forschung wurde 2025 mit dem Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch gewürdigt. Seine Arbeiten stoßen auf großes Interesse und bieten wertvolle Perspektiven für die anhaltenden Diskussionen über die politischen und gesellschaftlichen Strukturen in der Region.
Das Event an der Europa-Universität ist offen für alle Interessierten. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, was eine breite Diskussion über die Themen des Buches und die aktuellen politischen Herausforderungen ermöglicht.