Am 15. Februar 2026 wurde eine umfangreiche Online-Umfrage zur Meinungsäußerung der Bürger der Stadt Halle gestartet. Die Umfrage, konzipiert von Forscherinnen und Studierenden des Instituts für Politikwissenschaft der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU), fokussiert sich auf relevante lokale Themen. Die Bürger sind eingeladen, ihre Einschätzungen zu gesellschaftlichem Miteinander, Sicherheit, Klimaschutz sowie zu politischen und städtischen Angelegenheiten abzugeben.

In diesem Kontext wird die Verbundenheit der Bürger mit Halle sowie die Zufriedenheit mit dem Wohnumfeld und den lokalen Akteuren, wie dem Stadtrat und dem Oberbürgermeister, erfasst. Die Umfrage, die in Lehrveranstaltungen unter der Anleitung von Dr. Kerstin Völkl und Stephanie Pravemann entwickelt wurde, soll eine umfassende Erfassung der Anliegen der Bürger in Zeiten von Krisen und Debatten ermöglichen.

Ziele der Umfrage

Das Hauptziel dieser Initiative ist es, kommunale Entscheidungen stärker an den Bedürfnissen der Bevölkerung auszurichten und somit die Lebensqualität in Halle zu verbessern. Die Umfrage richtet sich an alle Personen ab 16 Jahren mit Haupt- oder Nebenwohnsitz in Halle (Saale). Die anonym durchführbare Umfrage benötigt für die Teilnahme etwa zehn Minuten und kann sowohl am PC als auch über mobile Endgeräte ausgefüllt werden. Die Durchführung wird in Zusammenarbeit mit der Stadt Halle (Saale) präsentiert.

Zusätzlich zur Online-Befragung planen die Studierenden, persönliche Interviews mit Bürgerinnen und Bürgern durchzuführen. Dieses ergänzende Format zielt darauf ab, tiefere Einsichten in die Anliegen der Bevölkerung zu gewinnen, die über die quantitativen Daten der Umfrage hinausgehen.

Kontext und Bedeutung von politischem Interesse

Das politische Interesse in Deutschland unterliegt seit Jahrzehnten einem ständigen Wandel. Historisch gesehen war der Höchststand an politischem Interesse im Jahr 1990 zu verzeichnen. Seitdem sind die Werte geschwankt, jedoch zeigt eine Analyse, dass das politische Interesse 2014 und 2021 die Zahlen von 1990 übertroffen hat. Während 1969 nur 18 % der Bürger stark oder sehr stark an Politik interessiert waren, lag der Anteil im Jahr 2021 bereits bei 42 % in Westdeutschland.

Diese Entwicklung hat einen signifikanten Einfluss auf die politische Beteiligung der Bürger. Insbesondere die jüngeren Generationen zeigen ein gesteigertes Interesse und eine erhöhte Beteiligung an nicht-institutionalisierten politischen Formen, wie beispielsweise Demonstrationen oder Unterschriftensammlungen. Während der Pandemie verzeichneten einige Beteiligungsformen einen Rückgang, die generelle Tendenz jedoch zeigt, dass politisches Interesse oft zu einer aktiveren Teilnahme an politischen Prozessen führt.

pressemitteilungen.pr.uni-halle.de berichtet zudem, dass die Umfrage auch als Werkzeug für zukünftige kommunale Entscheidungen dienen soll. Durch die Einbeziehung der Bürgermeinungen in die politische Agenda der Stadt könnte die Lebensqualität in Halle weiter gesteigert werden, während die Verbindung zwischen Bürgern und ihren Entscheidungsträgern gestärkt wird. Die Umfrage eröffnet Möglichkeiten zur aktiven Mitgestaltung des städtischen Lebens und fördert die Partizipation der Bürgerinnen und Bürger in Halle.