Am 8. März 2026 wurde der Internationale Frauentag gefeiert. Der Internationaler Frauentag findet seit 1911 am 8. März statt und zieht jährlich Menschen weltweit auf die Straßen. Sie demonstrieren für gleiche Rechte und ein selbstbestimmtes Leben. Dies umfasst zentrale Forderungen wie Chancengleichheit im Arbeitsalltag, gleichen Lohn für gleiche Arbeit und eine gerechtere Aufteilung der Sorgearbeit. Bei diesen Veranstaltungen werden auch die persistenten Ungleichheiten zwischen Geschlechtern thematisiert.

In diesem Kontext spielte der Female Founders Monitor 2025 eine entscheidende Rolle: Der Bericht zeigt auf, dass der Anteil an Start-up-Gründerinnen in Deutschland bei lediglich rund 19 Prozent liegt. Jennifer Eschweiler, Gründungsexpertin, hebt hervor, dass Frauen beim Gründen auf strukturelle Hürden stoßen, einschließlich begrenztem Zugang zu Finanzierung, Netzwerken und Vorbildern.

Strukturelle Hürden für Unternehmerinnen

Eine gravierende Ungleichheit zeigt sich: Mehr als 91 Prozent aller Investments fließen an rein männliche Teams. Diese Schieflage wird durch gesellschaftliche Erwartungen und ungleiche Belastungen, vor allem bei der Care-Arbeit, verstärkt. Viele Gründerinnen entscheiden sich für weniger risikokapitalanziehende Branchen wie Bildung, Nachhaltigkeit oder den sozialen Sektor, was das unternehmerische Potenzial weiter einschränkt.

Trotz dieser Herausforderungen ist die Motivation unter den Frauen hoch. Gründerinnen bereiten ihre Ideen oft akribisch vor und legen Wert auf Sinn, Nachhaltigkeit sowie gesellschaftlichen Mehrwert. Im Gegensatz dazu sind männliche Gründer häufig wirtschaftlich motiviert und formulieren ihre Ziele offensiv. In technologie- und ingenieurslastigen Bereichen wie Logistik oder Maschinenbau sind Männer besonders präsent.

Hochschulen als Schlüsselakteure

Der Female Founders Monitor weist darauf hin, dass mehr als die Hälfte der Start-up-Gründer*innen einen Hochschulabschluss haben. Allerdings ziehen nur 21 Prozent der weiblichen Studierenden eine Unternehmensgründung in Betracht, im Vergleich zu 40 Prozent der männlichen Studierenden. Hochschulen haben hier eine entscheidende Rolle, indem sie Gründung als Karriereoption sichtbar machen und weibliche Vorbilder präsentieren.

Drei zentrale Handlungsfelder wurden identifiziert, um den Anteil an Gründerinnen zu erhöhen:

  • Frühzeitige Sensibilisierung und Bildung durch weibliche Vorbilder und Förderprogramme.
  • Bessere Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Gründung.
  • Mehr Diversität in Investoren-Netzwerken zur Schließung der Finanzierungslücke.

Wichtige Elemente für den Erfolg von Gründerinnen sind zudem Räume für Fehler, Austausch auf Augenhöhe, Netzwerke und Mentoring. Die garage33 an der Universität Paderborn bietet solch einen Raum. Hier können Frauen ihre Ideen entwickeln und sich mit anderen Gründerinnen vernetzen, um gegenseitige Unterstützung zu erfahren.

Zusammenfassend zeigt der Female Founders Monitor 2025, dass trotz der Herausforderungen große Chancen im weiblichen Unternehmertum bestehen. Es ist notwendig, dass gezielte Maßnahmen in Bildung, Familienpolitik sowie Finanzierung ergriffen werden, um das Potenzial von Gründerinnen vollständig auszuschöpfen und die deutsche Wirtschaft nachhaltig zu bereichern.