Am 5. März 2026 findet der Chemnitzer Friedenstag statt, der an die verheerenden Bombardierungen von Chemnitz am 5. März 1945 erinnert. Wie TU Chemnitz berichtet, wurden damals etwa 700 britische und amerikanische Bomber mobilisiert. Innerhalb von nur 31 Minuten wurde 80% der Innenstadt in Schutt und Asche gelegt, wobei rund 2.100 Menschen ihr Leben verloren. Die Folgen der Bombardierung waren verheerend und prägen das kollektive Gedächtnis der Stadt bis heute.
Die Staatliche Akademie für Technik, Vorläufer der heutigen Technischen Universität Chemnitz, war ebenfalls stark betroffen. Bereits am 24. Februar 1945 musste die Akademie aufgrund von Schäden durch vorherige Luftangriffe schließen. Nach den Bombardierungen am 5. März 1945 wurden wichtige Teile der Abteilung Flugzeugbau und andere Räumlichkeiten zerstört. Die Akademie wurde erst am 9. April 1947 als „Technische Lehranstalten Chemnitz“ wiedereröffnet.
Friedenstag und Gedenkveranstaltungen
Dieser Jahr steht der Friedenstag unter dem Motto „Friedenstüchtig bleiben“. Um 17:30 Uhr wird eine Laufaktion stattfinden, bei der die Teilnehmer eine Kerzenform auf dem Stadtplan zeichnen. Zusätzlich beteiligt sich die Universitätsbibliothek der TU Chemnitz mit einem Büchertisch zum Thema Frieden und einer Pinnwand-Umfrage.
Die Gedenkfeierlichkeiten werden durch eine Taizéandacht am 5. März ab 16:30 Uhr in der St. Petrikirche eingeleitet, gefolgt von einem Friedensweg zum Neumarkt. Bereits im Vorfeld wird an die jüdischen und anderen Opfer der Bombardierungen gedacht. Ein Gedenkstein im Innenhof der TU Chemnitz erinnert an die Deportation jüdischer Bürger zwischen 1942 und 1945, geschaffen von Bildhauer Volker Beier in Zusammenarbeit mit der Stadt und der Jüdischen Gemeinde.
Erinnerungen an den Krieg
Die Bombardierung von Chemnitz ist ein Teil einer größeren Geschichte von Zerstörung im Zweiten Weltkrieg. Die Erinnerungen an die Schrecken des Krieges verblassen jedoch, wie chemnitz.de feststellt. Die Stadt, die einst massiv zerstört wurde, sieht sich heute mit der Herausforderung konfrontiert, die persönlichen Geschichten von Zeitzeugen zu bewahren. Viele dieser Zeitzeugen waren Kinder zwischen 2 und 17 Jahren zur Zeit der Bombardierungen und ihre Erzählungen sind entscheidend für das Verständnis der Geschichte und der Konsequenzen des Krieges.
Die Wichtigkeit, diese Erinnerungen für zukünftige Generationen festzuhalten, kann nicht genug betont werden. Diese persönlichen Geschichten dienen als Puzzlestücke, die das Bild der Grausamkeit des Krieges abrunden und unterstreichen den Wert des Friedens.
Ein Blick auf ähnliche Gedenkveranstaltungen
Ähnliche Gedenkveranstaltungen finden auch in anderen Städten statt, wie die Gedenkfeiern anlässlich des 81. Jahrestags der Zerstörung Dresdens, die in Deutschlandfunk beschrieben werden. Hier versammeln sich Tausende Bürger zum stillen Gedenken, was die weitreichenden Auswirkungen der Luftkriegsopfer im Zweiten Weltkrieg verdeutlicht.
Der Chemnitzer Friedenstag erinnert nicht nur an vergangenes Unrecht, sondern fordert auch dazu auf, Lehren aus der Geschichte zu ziehen und aktiv für den Frieden einzutreten. Der Tag dient als Mahnung, dass der Frieden niemals als selbstverständlich angesehen werden darf.