Am 19. Januar 2026 besuchten 32 Studierende und neun Dozentinnen und Dozenten der Lviv Polytechnic National University in der Ukraine die Technische Universität Chemnitz. Dieser Besuch stand im Zeichen eines Seminars mit dem Titel „Zukunft des Druckens“, das im Institut für Print- und Medientechnik stattfand.
Im Rahmen des Seminars legten die Referenten Svitlana Taranenko und David Holzner den Fokus auf die Herausforderungen, die beim Drucken von Solarzellen auftreten. Dies war Teil der Präsentation der Forschungsgruppe „POPULAR – Gedruckte & stabile organische Photovoltaik mit Nicht-Fullerenakzeptoren“, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird. Prof. Dr. Arved Hübler zeigte aktuelle Forschungsfelder im Bereich gedruckte Elektronik sowie Entwicklungstrends neuer Medien auf.
Interesse an Innovationen
Ein weiteres Thema des Seminars war der Überblick, den Dr. Oleksii Krykunov zu Anknüpfungspunkten in die „Digital Humanities“ gab. Die Teilnehmer zeigten dabei großes Interesse an den Laboren des Instituts für Print- und Medientechnik und äußerten sich durchweg positiv über die Forschungsergebnisse, die in Chemnitz erzielt werden.
Der Besuch der ukrainischen Delegation fiel in eine Zeit, in der Lviv mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert ist, wie Stromsperren und Raketenalarm. Dieses Kontrastprogramm verdeutlicht die unterschiedlichen Rahmenbedingungen, unter denen die Studierenden und Lehrenden ihre Forschung und Lehre realisieren müssen.
Technologische Fortschritte in der Solarzellenproduktion
Laser- und Drucktechnologien spielen eine zentrale Rolle in der Herstellung von industriellen Solarzellen. Dabei kommen verschiedene Druckverfahren zum Einsatz, wie Flachbett-Siebdruck, Schablonen- und Rotationsdruck, sowie Dispens- und Flextrail-Verfahren und Inkjetverfahren. Ein zentrales Ziel dieser Technologien ist es, feine Kontaktstrukturen zu entwickeln, um den Einsatz von kostspieligem Silber schrittweise zu reduzieren, wie das Fraunhofer ISE berichtet.
Die Expertise des Fraunhofer ISE umfasst Prozesssimulation, Digitalisierung und die Optimierung thermischer sowie photonischer Prozesse, die für das Trocknen und Sintern gedruckter Strukturen essentiell sind. Laserprozesse in der Photovoltaik werden unter anderem zum Markieren, Trennen und Bohren eingesetzt. Diese Technologien zielen darauf ab, die Materialnutzung zu reduzieren und gleichzeitig den Wirkungsgrad der Solarzellen zu erhöhen.
Darüber hinaus konzentrieren sich die Entwicklungsarbeiten auf die Druckform und das Druckmedium, während die kontinuierliche Verbesserung von Mikromaterialbearbeitungsprozessen in Abstimmung mit den vor- und nachgelagerten Fertigungsschritten vorangetrieben wird. Eine präzise Hochdurchsatz-Laserbearbeitung gängiger und zukünftiger Waferformate wird ebenfalls angestrebt, um kleinste Strukturgrößen zu realisieren.
Die umfangreiche Forschung und Entwicklung im Bereich der Solarzellenproduktion spiegelt nicht nur die Innovationskraft der Technischen Universität Chemnitz wider, sondern auch den internationalen Austausch, der in Zeiten der globalen Herausforderungen immer bedeutender wird.