In der Städtischen Galerie Dresden wird bis Ende Januar 2026 die Sonderausstellung „Strawalde / Jürgen Böttcher. Zeichnung, Malerei, Film“ gezeigt. Dies ist die erste museale Einzelausstellung des in der Region hochgeschätzten Künstlers Jürgen Böttcher, der auch unter dem Namen Strawalde bekannt ist. Der 8. Juli 1931 in Frankenberg/Sachsen geborene Künstler hat mit seinem Schaffen in der Malerei und im Film wichtige Akzente gesetzt.

Böttcher, der sein künstlerisches Leben 1949 in Dresden begann, beschäftigt sich in seinen Arbeiten mit einer Vielzahl von Medien. Von Gemälden über Zeichnungen bis hin zu Übermalungen, Collagen und Filmen reicht das Spektrum seiner Werke. Besonders bemerkenswert ist sein kreativer Prozess, den er selbst als suchend, tänzerisch und lustvoll beschreibt.

Die Künstlersituation und der Werdegang

Jürgen Böttcher studierte von 1949 bis 1953 Malerei an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden. Nach seinem Abschluss arbeitete er als freischaffender Künstler und unterrichtete in Volkshochschulkursen. Seine Laufbahn als Filmregisseur begann er an der Hochschule für Filmkunst in Babelsberg, wo er von 1955 bis 1960 studierte und mit einem Diplom abschloss. Nach seinem Studium wurde er festangestellter Mitarbeiter beim DEFA-Studio für Wochenschau und Dokumentarfilme in Berlin.

Dennoch war Böttchers Weg als Künstler steinig: Im Jahr 1961 wurde er aus dem Verband Bildender Künstler der DDR ausgeschlossen, was seine Tätigkeit als Maler stark einschränkte. Sein einziger Spielfilm, „Jahrgang 45“ aus dem Jahr 1965, wurde vor der Fertigstellung verboten. Erst ab Mitte der 1970er Jahre konnte er wieder freier als Maler arbeiten und machte anschließend mit über 40 Dokumentarkurzfilmen auf sich aufmerksam. In seinen Filmen thematisierte Böttcher häufig den Alltag, wobei viele seiner Werke aus inhaltlichen oder formalen Gründen verboten wurden.

Einflussreiche Werke und Ausstellungen

Böttcher erlangte auch internationale Beachtung und stellte in zahlreichen Städten aus, darunter in Erfurt, Berlin, Dresden, Paris und Brüssel. Seine Werke sind Teil öffentlicher Sammlungen, darunter die Nationalgalerie Berlin und die Bibliothèque nationale de France. Zu seinen bekanntesten Filmen zählen „Barfuß und ohne Hut“ (1965), „Wäscherinnen“ (1972) und „Die Mauer“ (1990). Diese Werke belegen seinen Einfluss auf die Dokumentarfilmkunst in der DDR und darüber hinaus.

Zur aktuellen Ausstellung kann ein Katalog im Sandstein Verlag erworben werden, der weiteren Einblick in Böttchers vielseitiges Werk bietet. Im Sommer 2017 schenkte der Künstler der Filmuniversität ein großformatiges Gemälde, das zudem im Atrium ausgestellt ist.