
Am 1. April 2025 besuchte eine Delegation aus Wisconsin die Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU). Die Gruppe stand unter der Leitung von Tony Evers, dem Gouverneur von Wisconsin. Empfangen wurde die Delegation von der JLU-Präsidentin Prof. Dr. Katharina Lorenz im Senatssaal der Universität. Der Besuch hatte einen klaren Fokus: die Stärkung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen Hessen und Wisconsin. Bemerkenswert ist, dass die JLU die einzige Hochschule in Deutschland war, die die Delegation während ihrer Reise besuchte.
Im Rahmen des Treffens wurden Einblicke in die zahlreichen Kooperationen der JLU mit verschiedenen Universitäten in Wisconsin gewährt. Diese erstrecken sich über Bereiche wie Forschung, Lehre und Studierendenaustausch. Zwei JLU-Professoren, Prof. Dr. Thilo Marauhn und Prof. Dr. Michael Knipper, berichteten von ihren Erfahrungen und Projekten, die im Rahmen dieser Beziehungen realisiert wurden.
Konzepte der Internationalisierung
Ein zentrales Thema war die anstehende Dienstreise der JLU-Präsidentin sowie der Leiterin des Akademischen Auslandsamts in die USA im August 2025, um die transatlantische Wissenschaftskooperation weiter voranzubringen. Im Zusammenhang mit der Internationalisierung hat die JLU seit 1983 bilaterale Kooperationen mit Universitäten in Wisconsin. Aktuell sind neun der elf Fachbereiche an diesen Kooperationen beteiligt.
Das Landeshochschulprogramm Hessen-Wisconsin, das seit 1998 von der JLU koordiniert wird, hat es rund 2.000 Studierenden ermöglicht, an Austauschprogrammen teilzunehmen. Dieses Programm eröffnet hessischen Studierenden die Möglichkeit, ein Semester an einer Universität im University of Wisconsin System ohne Studiengebühren zu verbringen, vorausgesetzt, sie haben gute Studienleistungen und Sprachkenntnisse.
Stipendien und Alumni-Aktivitäten
Ein weiterer wichtiger Punkt der Delegationsbesprechungen war das Mildred-Harnack-Fish-Stipendium. Dieses wird jährlich an Studierende der Universitäten Wisconsin-Milwaukee und Wisconsin-Madison vergeben, die an der JLU studieren möchten. Mildred Harnack-Fish war eine JLU-Alumna und Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus. Im Rahmen ihres Besuchs besichtigte die Delegation auch die Stele zu Ehren von Harnack-Fish und führte einen Austausch mit zwei Alumni, die ein Semester in Milwaukee verbracht hatten.
Die Landespartnerschaft zwischen Hessen und Wisconsin besteht bereits seit 1976 und ist ein Zeichen für die langjährigen Beziehungen beider Regionen. Im Jahr 2026 steht ein Jubiläum an, auf das sich die JLU aktiv vorbereitet.
Zusätzlich ist es wichtig zu erwähnen, dass das Hessen-Wisconsin-Landeshochschulprogramm gezielt hessische Bachelor-, Master- und Lehramtsstudierende anspricht, die über exzellente Studienleistungen und gute Englischkenntnisse verfügen. Die Bewerbungen für dieses Programm müssen in mehreren Schritten erfolgen, wobei Akzeptanzkriterien wie akademische Referenzschreiben und Sprachtests eine zentrale Rolle spielen.
Der zunehmende Fokus auf internationale Kooperationen und transnationale Bildung zeigt, dass deutsche Universitäten, einschließlich der JLU, sich immer stärker im globalen Bildungsmarkt positionieren. Dies wird unterstützt durch den Verhaltenskodex für deutsche Hochschulprojekte im Ausland, der qualitative Mindestanforderungen festlegt und die Qualität sowie Sensibilität der Hochschulen als internationale Partner fördern soll.