Am 26. Februar 2026 wird eine neue Veranstaltungsreihe mit dem Titel „Brüche – Demokratie in Zeiten der Regression“ ins Leben gerufen, um die Demokratie zu stärken. Diese Initiative ist das Ergebnis einer Kooperation zwischen namhaften Institutionen wie der Goethe-Universität Frankfurt, dem Institut für Sozialforschung, dem Sigmund-Freud-Institut und der Oper Frankfurt. Puk berichtet, dass die Veranstaltungsreihe Teil des hessenweiten Forschungsverbunds „DemoReg“ ist, der vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst gefördert wird.
Das Hauptziel dieser Veranstaltungsreihe besteht darin, Ursachen und Folgen demokratiegefährdender Entwicklungen zu analysieren und Maßnahmen zur Stärkung der Demokratie zu entwickeln. Vera King, Professorin für Soziologie, hebt die Bedeutung der interdisziplinären Zusammenarbeit mit der Oper hervor und betont den kulturellen Aspekt in der Auseinandersetzung mit demokratischen Herausforderungen.
Auftaktveranstaltung und Symposium
Die Auftaktveranstaltung ist für den 20. Juni 2026 in der Oper Frankfurt geplant. Während eines Panels wird das Thema „Antidemokratische Mobilisierung und die Macht der Gefühle“ diskutiert. Moderatoren und Diskussionsteilnehmer sind unter anderem der Opernregisseur Manuel Schmitt, die Sozialpsychologin Vera King und der Soziologe Stephan Lessenich. Ein wichtiger thematischer Bezugspunkt der Veranstaltung ist die Oper „Tancredi“ von Gioachino Rossini, die Bedrohungen einer Gemeinschaft durch innere und äußere Gefahren behandelt.
Diese interdisziplinäre Betrachtung sollte auch dem Publikum die Möglichkeit geben, den Austausch im Format „Oper im Dialog“ fortzusetzen. Zudem ist ein interdisziplinäres Symposium am 10. Dezember 2026 mit dem Titel „Zukunftsbilder – Demokratie nach den Zeiten ihrer Regression“ geplant. Bei diesem Symposium werden Beiträge aus verschiedenen Disziplinen wie Politik- und Sozialwissenschaften, Philosophie, Psychoanalyse, Sozialpsychologie und Kunst präsentiert. Die Details zu der Oper, die im Symposium behandelt wird, sollen Ende April 2026 bekannt gegeben werden.
Gesellschaftlicher Zusammenhalt als politischer Leitwert
Der Begriff des gesellschaftlichen Zusammenhalts hat sich in den vergangenen Jahren als politischer Leitwert etabliert, der parteiübergreifend Zustimmung findet. In einem Artikel auf bpb wird darauf hingewiesen, dass die Diskussion um den gesellschaftlichen Zusammenhalt eng mit der Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen, wie der Flüchtlingskrise und der Coronapandemie, verknüpft ist. In Krisenzeiten wird dieser Zusammenhalt als besonders gefährdet, gleichzeitig aber auch als essentielle Ressource erkannt.
Die AfD brachte am 25. November 2020 einen Antrag ein, der den gesellschaftlichen Zusammenhalt unterstützen sollte, jedoch stellte das Anliegen die nationalen Maßnahmen gegen Rassismus in Frage. Ihre Argumentation besagte, dass die Thematisierung von Rassismus die deutsche Mehrheitsgesellschaft unter Generalverdacht stellen könnte. Dies zeigt, wie ambivalent der Diskurs ist und wie unterschiedliche politische Akteure den Begriff des Zusammenhalts auslegen.
In diesem Kontext wird die Notwendigkeit einer differenzierten Auseinandersetzung mit dem Konzept des „demokratischen Zusammenhalts“ deutlich. Wichtige Aspekte sind, dass dieser nicht auf exklusive, vorpolitische Identitäten zurückgreift, sondern die gleichberechtigte Teilhabe an politischen Verfahren fördert. Die Herausforderungen von sozioökonomischen Ungleichheiten und politischen Konflikten müssen ebenso betrachtet werden, um die Integrität der demokratischen Streitkultur zu wahren.
Forschung zum gesellschaftlichen Zusammenhalt
In der Forschung wird der gesellschaftliche Zusammenhalt als ein komplexes Konzept betrachtet, das interdisziplinäre Ansätze erfordert. Das Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt, gegründet im Jahr 2020, beforscht verschiedene Dimensionen des Zusammenhalts und stellt in einem Sammelband, der relevante Themen wie soziale Konflikte, Populismus und Auseinanderdriften von Stadt und Land behandelt, die Vielfalt der Perspektiven dar. FGZ argumentiert, dass gesellschaftlicher Zusammenhalt nicht einer Disziplin allein zugeordnet werden kann und bietet einen Dialog über verschiedene Ansätze zur Messung und Analyse dieser Thematik.
Die verschiedenen Beiträge in diesem Sammelband präsentieren die Ansätze der Teilinstitute des FGZ und diskutieren Herausforderungen, die aus der interdisziplinären Forschung resultieren. Letztlich zeigt sich, dass ein zu starker gesellschaftlicher Zusammenhalt autoritäre Tendenzen fördern kann, während ein zu schwacher Zusammenhalt die Grundlagen der demokratischen Streitkultur gefährdet. Diese Erkenntnisse sind entscheidend für das Verständnis und die Stärkung einer lebendigen Demokratie in der heutigen Gesellschaft.