Prof. Dr. Sven Lindberg, ein Forscher an der Fakultät für Kulturwissenschaften der Universität Paderborn, hat in der neuesten Folge des Spotify-Originalpodcasts „Wissen Weekly“ eine tiefgreifende Diskussion über die Nutzung von „Second Screen“ in unserem alltäglichen Leben angestoßen. Diese Episode trägt den Titel: „Second Screen: Warum brauchen wir immer Ablenkung?“ und thematisiert die allgegenwärtige Nutzung digitaler Geräte und deren Auswirkungen auf unsere Kognition und Gesundheit.
In dieser Folge geht Lindberg auf die Art und Weise ein, wie Menschen Ablenkungen während des Fernsehens, beim Reisen oder in ihrer Freizeit suchen. Diese „Second Screen“-Nutzung hat laut Lindberg weitreichende Konsequenzen für unsere Aufmerksamkeitsspanne, den Schlaf und die mentale Gesundheit. Hierbei hebt er hervor, dass das Gehirn zwar neue Reize liebt, aber auch regelmäßig Ruhephasen benötigt, um effektiv arbeiten zu können.
Die Gefahren der ständigen Ablenkung
Ein zentrales Anliegen von Prof. Lindberg ist die Problematik der ständigen Ablenkung, die durch das grenzenlose Scrollen in sozialen Medien und Streaming-Diensten entsteht. Diese Ablenkung verhindert das Sortieren von Erinnerungen und die Einordnung von Emotionen. Multitasking wird dabei als ineffektiv beschrieben; obwohl es den Anschein hat, dass man mehr erledigt, wird in Wahrheit weniger erreicht.
Ein weiterer wichtiger Punkt in Lindbergs Argumentation betrifft die Aktivierung des Belohnungssystems im Gehirn durch neue Reize und das so genannte „Default Mode Network“, welches für Gedächtnis, Kreativität und die Regulation von Emotionen zuständig ist. Er verdeutlicht, dass ein bewusster und balancierter Umgang mit digitalen Medien notwendig ist, um langfristige negative Effekte auf die mentale Gesundheit zu vermeiden, ohne jedoch eine generelle Technikfeindlichkeit zu propagieren.
Ein plädoyer für Balance
Das Konzept des „Second Screen“ spiegelt die Sehnsucht nach ständiger Beschäftigung wider, die in unserer digitalisierten Welt verankert ist. Prof. Lindberg plädiert für eine kritische Auseinandersetzung mit diesem Trend. Er fordert dazu auf, ein gesundes Gleichgewicht zwischen digitalem Konsum und analogen Erfahrungen zu finden.
Die Diskussion um digitale Ablenkungen ist aktueller denn je und wirft Fragen auf über unsere Lebensweise in einer Zeit, in der Technologie allgegenwärtig ist. Indem wir die Erkenntnisse aus Lindbergs Podcast nutzen, können wir zu einem besseren Verständnis unserer eigenen Mediennutzung gelangen und somit die Verantwortung für unsere mentale Gesundheit übernehmen.