Am 17. Februar 2026 wurde bekannt, dass die beiden Wissenschaftlerinnen Prof. Dr. Anna Franckowiak von der Ruhr-Universität Bochum (RUB) und Prof. Dr. Shabnam Iyyani vom Indian Institute of Science Education and Research (IISER) in Thiruvananthapuram den prestigeträchtigen WISER Collaboration Grant des Indo-German Science & Technology Centre (IGSTC) erhalten haben. Dies ist ein bedeutender Schritt zur Förderung weiblicher Forscherinnen in Indien und Deutschland.
Der WISER Collaboration Grant richtet sich speziell an deutsch-indische Forschungsteams. Die Förderung von 48.000 Euro über einen Zeitraum von drei Jahren soll den beiden Forscherinnen ermöglichen, ihre Zusammenarbeit im Bereich der Astrophysik zu vertiefen. Anna Franckowiak, die an der RUB Fakultät für Physik und Astronomie tätig ist und Mitglied des Ruhr Astroparticle and Plasma Physics Centers (RAPP-Center) ist, wird gemeinsam mit ihrer Kollegin Iyyani an einem Projekt arbeiten, das sich mit der optischen und hoch-energetischen Polarisation von Gamma Ray Bursts (GRB) beschäftigt.
Details zum Forschungsprojekt
Gamma Ray Bursts sind extrem energetische Blitze von Gammastrahlenemissionen, die von sehr massereichen Sternen verursacht werden. Diese GRBs setzen enorme Energiemengen frei, die das gesamte Universum in der Gammastrahlenregion überstrahlen. Sie dauern von Millisekunden bis zu mehreren Hundert Sekunden. Der Mechanismus, der den Jet ausstößt und hochenergetische Photonen erzeugt, ist derzeit noch unvollständig erforscht.
Im Rahmen des Projekts wird Anna Franckowiak für die experimentellen Messungen verantwortlich sein, während Shabnam Iyyani die theoretischen Modellierungen übernimmt. Ihre Zusammenarbeit sieht vor, dass die Wissenschaftlerinnen sich jährlich gegenseitig besuchen. Iyyani wird voraussichtlich im Mai 2026 nach Bochum reisen.
Hintergrund zur Förderung
Das Jahr 2026 ist für die beiden Forscherinnen besonders, nicht nur wegen der erhaltenen Förderung. Der Antrag für den WISER Collaboration Grant konnte zwischen dem 1. Februar und dem 31. März 2026 gestellt werden. Das IGSTC unterstützt gezielt weibliche Wissenschaftlerinnen mit mindestens fünf Jahren Erfahrung in akademischen Institutionen oder der Industrie in Indien und Deutschland, wenngleich die Antragsstellung nur durch ein deutsch-indisches Duo möglich ist. Solch eine Initiative fördert nicht nur den wissenschaftlichen Austausch, sondern auch die sichtbare Präsenz von Frauen in MINT-Feldern.
Die Förderung umfasst neben Reisekosten auch grundlegende Projektanforderungen, um die jeweiligen Forschungsprojekte der Wissenschaftlerinnen voranzubringen. Das IGSTC bietet zusätzlich ein Matchmaking-Tool an, um die Partnersuche zwischen deutschen und indischen Forscherinnen zu erleichtern. Unter anderem sind Zuschüsse von bis zu ₹ 39 Lakhs für indische und bis zu 48.000 Euro für deutsche Principal Investigators vorgesehen.
Anna Franckowiak hat einen umfangreichen akademischen Werdegang, der sie von der Bergischen Universität Wuppertal über die Humboldt-Universität Berlin und die Universität Bonn bis zum IceCube-Neutrino-Observatorium am Südpol führte. Ihre Forschungserfahrungen sammelte sie auch an der Stanford University und am Deutschen Elektronen-Synchrotron in Zeuthen, wo sie eine Helmholtz-Nachwuchsgruppe leitete.
Die Zusammenarbeit von Franckowiak und Iyyani steht also nicht nur im Zeichen der Wissenschaft, sondern auch für die Förderung von Frauen in der Forschung, die langfristig eine stabile wissenschaftliche Partnerschaft aufbauen möchten. Das Projekt ist nicht nur für ihre Karrieren, sondern auch für die Gemeinschaft von Wissenschaftlerinnen in beiden Ländern von großer Bedeutung.
Weitere Informationen zu Stipendien und Förderprogrammen sind hier zu finden.