Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland und Costa Rica starten eine bedeutende Forschungsinitiative zur Artenvielfalt in Costa Rica. Das Projekt mit dem Titel „GeCoBio“ (German-Costa Rican Network for Tropical Biodiversity Research) wird von Prof. Meike Piepenbring von der Goethe-Universität Frankfurt geleitet. Dies berichtet die Goethe-Universität Frankfurt.
Die Bundesregierung hat für die Partnerschaft in den nächsten drei Jahren insgesamt 450.000 Euro bewilligt. Diese finanzielle Unterstützung kommt über das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) und ist Teil eines bundesweiten Programms zur Förderung von Forschungs- und Innovationszusammenarbeit mit Lateinamerika und der Karibik.
Langfristige Partnerschaft für den Naturschutz
Das Hauptziel des Projekts ist der Aufbau einer langfristigen Partnerschaft zwischen der Goethe-Universität und der Universidad de Costa Rica (UCR). Die Mittel werden für die Entwicklung eines Partnerschaftskonzepts, Vertragsvorbereitungen und wissenschaftliche Begegnungen eingesetzt. Trotz des Schutzstatus von 25% der Fläche Costa Ricas leidet die Umwelt unter Waldschäden durch die Umwandlung von Primärwäldern.
Ein zentraler Bestandteil des Projekts wird die Erforschung der Biodiversität und des Naturschutzes sein. Geplant sind Expeditionen in den Urwald sowie zwei Pilot-Forschungsprojekte zur Vielfalt von Pilzen. Diese Projekte sollen dazu beitragen, die biologische Vielfalt besser zu erfassen und zu schützen.
Prof. Melissa Mardones von der Universidad de Costa Rica, die an der Goethe-Universität promoviert hat, ist eine wichtige Partnerin in diesem Vorhaben. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Aufbau einer Stammsammlung von lebenden Mikroorganismen in Kultur, wobei Unterstützung bei der Beantragung von Sammel- und Exportgenehmigungen gewährleistet wird.
Biodiversität und natürliche Lösungen
Darüber hinaus wird das Projekt auch in den größeren Kontext der naturbasierten Lösungen (NbS) eingeordnet, die als integrierte Ansätze zur Erhaltung von Biodiversität und Ökosystemen sowie zur Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen, wie dem Klimawandel, dienen. Laut dem Bundesamt für Naturschutz spielen NbS eine zunehmend wichtige Rolle in der Politik und Planung.
Ein Beispiel hierfür ist das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz, das in Deutschland auf den Weg gebracht wurde. Im Jahr 2022 verabschiedete die Umweltversammlung der Vereinten Nationen (UNEA) eine Resolution zur Definition von NbS, die wesentlich zur internationalen Diskussion und Umsetzung beiträgt.
Mit der Förderung des GeCoBio-Projekts wird nicht nur die Forschung in Costa Rica vorangetrieben, sondern auch ein Beitrag zur globalen Biodiversitätsstrategie geleistet. Dies ist besonders relevant angesichts der Herausforderungen, die durch den Klimawandel und den Verlust von Biodiversität weltweit entstanden sind. Es bleibt abzuwarten, welche innovativen Ansätze zur Bewältigung dieser Krisen erarbeitet werden.