Am 26. Februar 2026 wurde an der Technischen Universität Dortmund im Rahmen des Gemeinschaftsprojekts „Digital Humanities Ruhr“ das erste Zertifikat in Digital Humanities an Studierende verliehen. Diese interdisziplinäre Disziplin wendet digitale Technologien auf die Geistes- und Gesellschaftswissenschaften an und zielt darauf ab, große Datenmengen zu analysieren und zugänglich zu machen. Die TU Dortmund hat zusammen mit der Ruhr-Universität Bochum und der Universität Duisburg-Essen ein Studienangebot entwickelt, das angehenden Fachkräften digitale Methoden und einen verantwortungsvollen Umgang mit Daten vermittelt.
Mit dem neuen Zertifikat können Studierende ihre digitalen Kenntnisse formal nachweisen und ihre Berufschancen in diversen Bereichen, wie Forschung, Kultur, Politik, NGOs und der freien Wirtschaft erweitern. Das Zertifikat umfasst mindestens 15 ECTS und besteht aus drei Bausteinen: einer Einführung in Data Literacy mit 5 ECTS, einem Vertiefungsmodul, das zwischen 9 und 10 ECTS umfasst, und einem Abschlusskolloquium, in dem die Studierenden eigene Projekte präsentieren.
Kurse und Inhalte des Angebots
Die Kurse können an allen drei Partneruniversitäten belegt werden, wobei die Themen des Angebots unter anderem Texttechnologien, Datenjournalismus und Künstliche Intelligenz umfassen. An der TU Dortmund wird das Zertifikat als Ergänzung zum bestehenden Data Literacy-Zertifikat angeboten und koordiniert von Dr. Henrike Weinert. Die Etablierung des Zertifikats war maßgeblich durch das Programm „Freiraum 2023“ gefördert und ist das Ergebnis der Kooperation von Wissenschaftler:innen der UA Ruhr im Bereich Data Literacy, unterstützt von der dataliteracyeducation.nrw-Förderung zwischen 2020 und 2023.
Ein wichtiger Meilenstein war das Abschlusskolloquium Anfang Februar, bei dem die ersten Teilnehmenden ihre Projekte präsentierten. Sechs Studierende, darunter Geraldine Baumann von der Ruhr-Universität Bochum, erhielten ihre Zertifikate. Baumann befasste sich in ihrer Arbeit mit Überzeugungstechniken in deutschen Nachrichtenartikeln mithilfe des Sprachmodells RoBERTa. Sie hebt hervor, dass das Zertifikat besonders für diejenigen empfehlenswert ist, die Interesse an digitalen Methoden haben.
Zugang und Perspektiven
Die Anmeldung für die Kurse im Sommersemester 2026 ist bereits möglich. Das Digital Humanities-Zertifikat wurde im Rahmen der DH Ruhr-Projekte ins Leben gerufen und gewinnt zunehmend an Bedeutung. Die digitale Methodik erfreut sich in den Geistes- und Gesellschaftswissenschaften wachsender Beliebtheit und eröffnet Studierenden vielfältige Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt, einschließlich der Bereiche GLAM (Galleries, Libraries, Archives, Museums), NGOs, Politik und der freien Wirtschaft.
In einem übergreifenden Kontext zu den Entwicklungen in den Digital Humanities hat der Einsatz von KI-Anwendungen wie Chat GPT die Forschung an Universitäten angeregt. Laut Berichten wird das Bewusstsein für die Rolle universitärer Bibliotheken bei der Vermittlung von Data Literacy in den Geisteswissenschaften zunehmend gestärkt. Diese Bibliotheken spielen eine essenzielle Rolle, um Lehrmaterialien und Ressourcen effektiv zur Verfügung zu stellen und den Studierenden eine solide Grundlage in den Digital Humanities zu bieten. Die Herausforderungen liegen jedoch weiterhin darin, die Attraktivität dieser Angebote zu steigern und bessere Kooperationsmöglichkeiten mit Forschenden zu schaffen.
Zusammenfassend bietet das neue Zertifikat von der TU Dortmund in Zusammenarbeit mit ihren Partneruniversitäten eine wertvolle Gelegenheit für Studierende, sich im Bereich der Digital Humanities zu qualifizieren und auf die wachsenden Anforderungen des Arbeitsmarktes vorbereitet zu sein. Für weitere Informationen steht Dr. Henrike Weinert unter henrike.weinert@tu-dortmund.de zur Verfügung.