Wissenschaftler der Heinrich-Heine-Universität sowie der Universitäten Dresden, Koblenz und Leipzig haben die Online-Partizipation in deutschen Städten untersucht. In ihrer Studie, die von März bis Oktober 2025 durchgeführt wurde, haben sie 2.390 Kommunen befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass rund ein Drittel der befragten Städte digitale Bürgerbeteiligung anbietet. Bemerkenswert ist, dass große, einwohnerstarke Kommunen mit hohem Steueraufkommen überwiegend als Anbieter auftreten. Gleichzeitig wurde ein deutlicher Ost-West-Effekt festgestellt: 36% der ostdeutschen Kommunen bieten digitale Teilhabe an, im Vergleich zu 32% der westdeutschen Städte. Darüber hinaus zeigen die Daten, dass die durchschnittliche Einwohnerzahl der anbietenden Kommunen bei 47.000 liegt, während nicht-anbietende Kommunen nur über 5.800 Einwohner verfügen. hhu.de berichtet, dass …
Die Studie hat auch ergeben, dass Kommunen mit digitaler Bürgerbeteiligung häufig viele Nachbarkommunen mit ähnlichen Angeboten haben. Das wichtigste Ziel dieser digitalen Partizipation ist die Schaffung von Transparenz in Entscheidungsprozessen, was nahezu 90% der Großstädte und über 80% der Klein- und Mittelstädte sowie Landgemeinden als wichtig erachten. Zweitens, Großstädte streben an, unterrepräsentierte Gruppen zu erreichen (82% der Befragten sehen dies als wichtig an), während kleinere Städte vor allem darauf abzielen, mehr Menschen an der Politik zu beteiligen – über 80% der Landgemeinden haben dies als wichtig erachtet.
Thematisierung und Unterschiede in der Bürgerbeteiligung
Die Themen der digitalen Bürgerbeteiligung variieren stark je nach Gemeindetyp. In den Großstädten stehen Verkehrsentwicklung und Klima- sowie Umweltschutz im Fokus, wobei über 50% dieser Städte digitale Beteiligungsformate anbieten. Kleinere Städte und Landgemeinden richten ihren Blick verstärkt auf Stadt- und Gemeindeentwicklung sowie auf Mängelmanagement.
Die Organisation der digitalen Bürgerbeteiligung zeigt ebenfalls signifikante Unterschiede: In Großstädten haben 63% eigene Abteilungen oder Personalstellen, während rund 25% der Mittelstädte flexibler agieren. Bei Kleinstädten und Landgemeinden hingegen finden sich häufig keine festen Stellen zur digitalen Bürgerbeteiligung. Prof. Dr. Stefan Marschall, der Projektleiter, hebt das Potenzial digitaler Bürgerbeteiligung für eine resiliente Demokratie hervor und verweist auf ein Transferangebot, das eine interaktive Landkarte zur digitalen Bürgerbeteiligung in Deutschland bereitstellt. Diese ist auf dashboard.lokale-partizipation.de verfügbar.
Der Status quo der digitalen Teilhabe
Eine umfassende Analyse zeigt, dass Ostdeutschland in der digitalen Teilhabe führend ist. Laut einer weiteren Untersuchung bieten 62% der ostdeutschen Kleinstädte digitale Bürgerbeteiligung an, während in Westdeutschland nur 43% der Kleinstädte vergleichbare Angebote bereitstellen. Bei mittelgroßen Städten sind die Zahlen für Ostdeutschland sogar auf 85% angestiegen, während nur 70% der westdeutschen Städte dies erreichen. In Metropolen hingegen haben westdeutsche Städte die Oberhand.
Insgesamt repräsentiert die Umfrage über 45 Millionen Menschen, was mehr als der Hälfte der deutschen Bevölkerung entspricht. Die digitale Bürgerbeteiligung deckt nicht nur die Kluft zwischen Großstädten und ländlichen Kommunen auf, sondern zeigt auch, dass 96% der großen Städte digitale Partizipationsangebote haben, während die Beteiligung in ländlichen Gebieten oft mehr flexibel und nicht fest verankert ist. Analog dazu wurde festgestellt, dass aktive Kommunen durch ihren „ansteckenden“ Effekt andere dazu bewegen, ebenfalls digitale Angebote zu etablieren. heise.de berichtet, dass …