Am 18. Februar 2026 wurde Alexandra Krebs zur neuen Professorin für Didaktik der Geschichte an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt berufen. Ihr Werdegang umfasst ein Studium der Fächer Latein, Geschichte und Bildungswissenschaften an der Universität Mainz, mit dem ursprünglichen Ziel, als Lehrerin zu arbeiten. Nach dem Referendariat in Paderborn unterrichtete sie an einem Gymnasium in Bad Driburg, wo sie erste Praxiserfahrungen sammelte.
Ihre professionellen Perspektiven erweiterten sich durch eine Abordnungsstelle an die Universität Paderborn, die eine Beschäftigung im Bereich Theorie und Didaktik der Geschichte ermöglichte. Während dieser Zeit entwickelte Krebs ein starkes Interesse an der Verbindung von empirischer Bildungsforschung und Lehrkräfteausbildung. In der Folge entschied sie sich, zu promovieren und widmete sich dem Thema der digitalen Lehr-Lernprozesse.
Innovationen in der Geschichtsdidaktik
Die Schüler können in kleinen Teams arbeiten und selbstständig Schwierigkeitsgrade wählen, was ihre unterschiedlichen Perspektiven auf die Geschichte fördert. Während ihrer Promotion wurde Krebs von der Gerda Henkel-Stiftung als Fellow in Digital History gefördert, was sie für ein Jahr in die USA führte. Dort arbeitete sie am German Historical Institute in Washington DC und am Roy Rosenzweig Center for History and New Media der George Mason University.
Nach Abschluss ihrer Dissertation verbrachte Krebs Zeit am Zentrum Bildung und digitaler Wandel der Pädagogischen Hochschule Zürich, wo sie sich intensiv mit Themen wie Deepfakes, KI-Kompetenzen und den Einfluss von großen Sprachmodellen auf historische Narrative auseinandersetzte. Ihre Forschung erörterte die Notwendigkeit eines reflektierten Umgangs mit Geschichtsdarstellungen in Social Media, unterstützt von Initiativen wie Fortbildungsreihen für Geschichtslehrkräfte.
Künstliche Intelligenz im Geschichtsunterricht
Ein zentrales Anliegen von Krebs ist die Integration von Künstlicher Intelligenz (KI) im Geschichtsunterricht. In diesem Kontext betont sie die Alltagsrelevanz von KI für Kinder und Jugendliche. Die Diskussion über den Einsatz generativer KI im Geschichtsunterricht wird auch von Hannes Burkhardt und anderen Wissenschaftlern weitergeführt, die sowohl die Chancen als auch die Herausforderungen in diesem Bereich beleuchten.
Durch den Einsatz von KI-Tools können Texte vereinfacht, Fremdwörter erklärt und Aufgaben individualisiert werden. Konzepte wie „Scaffolding 5.0“ ermöglichen es Lehrern, Lernprozesse gezielt zu unterstützen und zu differenzieren, wobei der Fokus auf der Entwicklung überfachlicher Kompetenzen liegt, wie etwa Kommunikation, Kollaboration, Kreativität und kritisches Denken.
Krebs sieht auch die Notwendigkeit, Geschichte als Konstruktion zu verstehen. In einer Demokratie gilt es, plurale Geschichten zu erzählen, die sich kontinuierlich durch neue Forschung und gesellschaftliche Normen verändern. Ihre Berufung nach Eichstätt markiert einen Schritt zurück zu den Wurzeln der Geschichtsdidaktik, wo sie Innovation und Tradition miteinander verbinden möchte.
Das Engagement von Krebs, sowohl im digitalen als auch im traditionellen Bereich der Geschichtsdidaktik, zeigt, wie eine moderne Herangehensweise an das Fach in der heutigen Bildungslandschaft relevant sein kann. Ihre umfassende Expertise macht sie zu einer wertvollen Bereicherung für die Universität Eichstätt und die akademische Gemeinschaft insgesamt.
Für weitere Informationen zu den aktuellen Diskussionen über digitale Methoden im Geschichtsunterricht, siehe die Analysen von Anja Neubert und Marcel Mierwald auf Uni Göttingen. Über die Chancen und Herausforderungen von KI im Unterricht berichtet gewi-im-unterricht.