Die digitale Lehre hat sich in der Hochschulbildung etabliert und ist längst nicht mehr nur ein Notbehelf aus der Zeit der Corona-Pandemie. Eine umfassende Studie der PH Schwäbisch Gmünd, geleitet von Prof. Dr. Marlen Niederberger, beleuchtet die Entwicklung digitaler Lehrmethoden zwischen 2021 und 2024. Über 1.400 Studierende nahmen an drei Befragungen teil und lieferten wertvolle Einblicke in ihren digitalen Studienalltag. Die Ergebnisse zeigen einen gezielten Einsatz digitaler Tools, wobei die Nutzung von Lernplattformen wie Moodle intensiver geworden ist, während die Bedeutung von Videokonferenzen gesunken ist, wie ph-gmuend.de berichtet.

Die Studie zeigt zudem, dass die Studierenden der digitalen Lehre viele Vorteile abgewinnen. Dazu zählen erhöhte zeitliche Flexibilität und das Wegfallen langer Anfahrtswege. Gleichzeitig bleibt der persönliche Austausch mit Kommilitonen und Lehrenden für die Studierenden von großer Bedeutung. Im Zeitverlauf meldeten sie weniger belastende Begleiterscheinungen wie Müdigkeit oder zusätzlichen organisatorischen Aufwand. Positiv gewertet wurde auch der gestiegene Spaß an der Lehre.

Präferenzen und Herausforderungen

Bevorzugt wird eine Mischung aus Präsenz- und Online-Lehre, die den Bedürfnissen der Studierenden entspricht. Trotzdem bleibt das Problem des ungleichen Zugangs zu digitalen Endgeräten bestehen. Wichtige Faktoren für den Erfolg digitaler Lehrformate sind soziale Präsenz, didaktische Konzepte sowie umfassende Unterstützung für Studierende und Lehrende. Diese Aspekte sind entscheidend für die erfolgreiche Integration digitaler Lehre, wie die Studie im Rahmen des Projekts „Professionalisierung für eine Kultur der Digitalität“ (Profun.Dig), gefördert von der Stiftung Innovation in der Hochschullehre, verdeutlicht.

Die Studie kann unter dem Titel „Digitale Hochschullehre aus Studierendenperspektive: Ergebnisse einer quantitativen Studie“ abgerufen werden und ist in der Fachzeitschrift „Prävention und Gesundheitsförderung“ veröffentlicht.

KI als Transformator der Hochschulbildung

Der Einfluss neuer Technologien, insbesondere der Künstlichen Intelligenz (KI), ist nicht zu übersehen. Die Digitalisierung verändert die Hochschulbildung hin zu mehr Individualisierung, Flexibilität und Mobilität. KI bietet zahlreiche Möglichkeiten, die nicht nur Studieninhalte anpassen, sondern auch das Lernen und Lehren revolutionieren. Wie die Informationen von bmftr.bund.de illustrieren, sind Initiativen zur Förderung digitalisierter Hochschulbildung bereits in vollem Gange.

Die Bund-Länder-Initiative „KI in der Hochschulbildung“ hat zahlreiche Projekte ins Leben gerufen, die sich mit der Etablierung von KI als festen Bestandteil der Lehre beschäftigen. In diesem Rahmen sind 54 Vorhaben mit einem Fördervolumen von 130 Millionen Euro für die Entwicklung KI-basierter Lernangebote und Ressourcen vorgesehen. Zum Beispiel entwickelt das Projekt „2LIKE“ KI-basierte Lernangebote an der Universität Ulm, und das Projekt „CILeUS“ an der Universität Stuttgart fördert KI-Kompetenzen.

Herausforderungen und Ausblick

Mehr als 90 % der Studierenden nutzen bereits KI-gestützte Tools für ihre Studienleistungen, wie Informationen von forum.dguv.de zeigen. Der Einsatz dieser Technologien wirft jedoch Fragen auf: Welche Kompetenzen müssen Studierende in einer zunehmend KI-geprägten Welt entwickeln? Wie wird sich die Prüfungsordnung anpassen, um den verantwortungsvollen Umgang mit KI zu gewährleisten? Die Hochschulen stehen vor der Herausforderung, ihre Prüfungsordnungen und didaktischen Konzepte entsprechend zu reformieren.

Insgesamt ist die digitale Transformation der Hochschulbildung nicht nur unvermeidlich, sondern bietet auch Chancen, die Lehr- und Lernprozesse für zukünftige Generationen zu optimieren. Die Integration von KI-Tools wird als Schlüssel angesehen, um den Studierenden eine umfassende und moderne Ausbildung zu ermöglichen, während gleichzeitig notwendig bleibt, den rechtlichen Rahmen klar zu definieren.