Das Forschungsprojekt ePAMedix ist ein innovativer Ansatz zur Verbesserung der Nutzerfreundlichkeit der elektronischen Patientenakte (ePA) in Deutschland. Am 18. März 2026 hat die Universität Duisburg-Essen die Koordination dieses Projekts bekannt gegeben, das sich auf die Darstellung komplexer Medikationsschemata konzentriert. Es wird von der Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses mit 1,4 Millionen Euro bis Ende 2028 gefördert. Ziel ist es, sowohl Patient:innen als auch Mediziner:innen und Apotheker:innen zu unterstützen und die Verständlichkeit der ePA zu steigern, insbesondere bei anspruchsvollen Medikationstherapien.

Besonders im Fokus stehen die Herausforderungen bei der digitalen Abbildung komplexer Medikationsschemata. Vor allem bei Patienten mit Epilepsie und bipolaren Störungen ist eine präzise Verwaltung der Medikation notwendig, da häufige Anpassungen und Umstellungen erforderlich sind. Der digitale gestützte Medikationsprozess (dgMP), der im Rahmen dieses Projekts eingeführt wird, soll diese Risiken minimieren und die Patientensicherheit erhöhen. Unklare Darstellungen innerhalb der ePA können zu Fehleinnahmen von Medikamenten führen, was lebensbedrohliche Folgen haben könnte.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Das Projektteam besteht aus verschiedenen Partnern, darunter das Universitätsklinikum Bochum und die Ruhr-Universität Bochum sowie andere bedeutende Institutionen. Der interdisziplinäre Ansatz umfasst systematische Literaturanalysen und Feedback von verschiedenen Akteur:innen im Gesundheitswesen. Durch Umfragen und Gruppengespräche mit Patient:innen, Mediziner:innen und Apotheker:innen werden die Bedürfnisse identifiziert und konkrete Verbesserungsvorschläge ausgearbeitet.

Ein zentrales Anliegen ist es, die Verständlichkeit und Hilfsbereitschaft des dgMP in der Praxis zu überprüfen. Die Befragungen und Rückmeldungen werden dazu beitragen, dass die ePA besser auf die Anforderungen komplexer Therapien eingeht. Der Einsatz moderner Technologie wird hierbei als Schlüsselfaktor betrachtet, um die Herausforderungen in der Medikationsverwaltung zu meistern.

Patientenrechte und Informationen

Neben den Prozessoptimierungen ist es auch wichtig, dass Patienten gut über ihre Rechte und die Funktionsweise der ePA informiert sind. Krankenversicherungen sind verpflichtet, ihre Versicherten über die ePA aufzuklären. Dies umfasst Informationen über die gespeicherten Daten sowie das Widerspruchsrecht, insbesondere im Zusammenhang mit sensiblen Daten wie psychischen Erkrankungen oder Schwangerschaftsabbrüchen. Ärzte müssen ihre Patienten auch über den Anspruch auf die Befüllung mit weiteren Gesundheitsdaten informieren.

Insgesamt zielt das ePAMedix-Projekt darauf ab, durch ein verbessertes Verständnis der ePA und des dgMP die Sicherheit und Effizienz der medikamentösen Behandlung in Deutschland zu erhöhen. Fortschritte in diesem Bereich könnten nicht nur die Patientensicherheit fördern, sondern auch die Qualität der medizinischen Versorgung nachhaltig verbessern. Diese Initiative könnte einen bedeutenden Schritt in Richtung einer nutzerfreundlichen, digitalen Gesundheitsversorgung darstellen, wie uni-due.de berichtet.

Die Herausforderungen und Lösungen des Projekts werden auch von innovationsfonds.g-ba.de beleuchtet, das die enge Zusammenarbeit von Experten und Betroffenen hervorhebt. Die Weichen für eine sichere und effektive Arzneimitteltherapie in der elektronischen Patientenakte werden damit entscheidend neu gestellt, erläutert bundesgesundheitsministerium.de.