Am 9. März 2026 fand an der Technischen Universität Dresden das Kick-off-Meeting für das vielversprechende Forschungsprojekt „ALL#HANDS“ statt. Das Projekt zielt darauf ab, die digitale Resilienz in Deutschland über einen Zeitraum von drei Jahren signifikant zu stärken. Ausgewählt aus 90 Einreichungen, erhält das Projekt eine Förderung von rund 2,9 Millionen Euro vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt.
Insgesamt acht Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft arbeiten an diesem Vorhaben, darunter Unternehmen wie die Leitwert GmbH und die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg. Ein zentrales Ziel des Projekts ist die Verbesserung der Widerstandsfähigkeit von Internet- und Datensystemen. Ein innovatives Element des Projektes wird der Aufbau eines kooperativen Internet-Lage- und Informationszentrums sein, das Störungsverläufe und Abhängigkeiten nachvollziehbar macht und datenbasierte Reaktionen im Ernstfall unterstützt.
Fokus auf kleine und mittlere Unternehmen
Besondere Aufmerksamkeit wird den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) gewidmet, die im Krisenfall Unterstützung bieten sollen. Um ein sicheres Daten-Ökosystem zu schaffen, wird die risikoarme Zusammenführung von Netzdaten angestrebt. Darüber hinaus ist die Entwicklung eines digitalen Zwillings zum Simulieren von Netzstörungen und Krisenszenarien ein entscheidender Bestandteil des Projekts. Ein Bürgerinformationssystem zur verständlichen Aufbereitung komplexer Informationen wird ebenfalls eingerichtet.
Das Projektteam wird begleitet von einer Untersuchung rechtlicher, organisatorischer und menschlicher Rahmenbedingungen. Dies ist entscheidend, um die vielfältigen Herausforderungen der Cybersicherheit effektiv zu adressieren.
Breites Engagement für Cybersicherheit
Zusätzlich bildet das neue Forschungsprojekt einen Teil der umfassenderen Anstrengungen Deutschlands zur Stärkung der digitalen Resilienz. So arbeitet das Bundesinnenministerium (BMI) an einer modernen Cybersicherheitsstrategie, unter anderem durch das geplante Cyberdome-Vorhaben, das sich an den Erfahrungen Israels orientiert. Ziel ist der Aufbau eines souveränen Systems ohne Beteiligung ausländischer Datenströme.
Hierbei wird das Vorhaben in drei zentrale Säulen gegliedert: erstens ein Detektionsnetzwerk zur frühzeitigen Erkennung von Schwachstellen, zweitens ein Analyseverbund zur automatisierten Auswertung durch das BSI und andere Partner und drittens ein offenes Ökosystem, das standardisierte Schnittstellen und offene Technologien integriert.
Die Koordination dieser Maßnahmen erfordert ein umfassendes Engagement aller gesellschaftlichen Akteure und ist besonders wichtig in der aktuellen geopolitischen Lage. Das BMI plant zudem zwei zentrale Gesetzgebungsvorhaben, die die Cybersicherheit weiter voranbringen sollen und die in naher Zukunft in Ressortabstimmungen behandelt werden. Die Fortschreibung der Cybersicherheitsstrategie wird in der zweiten Jahreshälfte 2026 erwartet.
Durch die Kombination aus wissenschaftlicher Forschung und praktischen Anwendungen wird Deutschland auch künftig die Herausforderungen im Bereich der Cybersicherheit proaktiv angehen. Die Initiativen wie „ALL#HANDS“ tragen dazu bei, die digitale Resilienz im Land zu stärken und ein sicheres Informationsökosystem für alle Akteure zu schaffen.