Claudia Föllmer von der Bauhaus-Universität Weimar wurde für ihre Meisterarbeit zur Digitalisierung der Genehmigungsprozesse im Bauwesen ausgezeichnet. Ihre Arbeit mit dem Titel „Analyse und Konzeptentwicklung zur Digitalisierung von Genehmigungsprozessen bei Großraum- und Schwertransporten im Bauwesen“ befasst sich mit den Herausforderungen, die durch analoge Abläufe und unklare Zuständigkeiten im aktuellen Genehmigungssystem entstehen. Dabei analysierte Föllmer die unzureichende Abstimmung unterschiedlicher Datenformate, die den Austausch zwischen Antragstellern und Behörden behindern.
Um diese Schwächen zu untersuchen, führte Föllmer leitfadengestützte Interviews mit Expert*innen aus den Bereichen Verwaltung, Logistik und Gutachterwesen durch. Die Ergebnisse der Interviews zeigen eine ernüchternde Lage: Lange Bearbeitungszeiten, geringe Transparenz und ein hoher Abstimmungsaufwand charakterisieren die bestehenden Genehmigungsprozesse. Diese Ergebnisse verdeutlichen den Bedarf an schnellen und digitalen Lösungen.
Innovatives Konzept zur Digitalisierung
Im Rahmen ihrer Arbeit entwickelte Föllmer ein umfassendes Konzept für ein durchgängig digitales Genehmigungsverfahren. Dieses Konzept sieht eine strukturierte Datenhaltung sowie eine verbesserte Kommunikation zwischen allen Beteiligten vor. Durch die Digitalisierung könnten Planungen effektiver durchgeführt und Bauprojekte effizienter umgesetzt werden, was in der Baupraxis erhebliche Vorteile verspricht.
Der Verband der Baubranche, Umwelt- und Maschinentechnik e. V. (VDBUM) verlieh ihr am 11. Februar 2026 den VDBUM-Förderpreis für ihre herausragende Forschung. Der Preis, der mit bis zu 2.500 Euro dotiert ist, wird jährlich an Wissenschaftler*innen vergeben, die innovative Lösungsansätze im Bauwesen und in der Maschinenbranche entwickeln. Besonders betont wurde von der Jury der starke Praxisbezug und der konkrete Nutzen der Arbeit für die Verwaltung und Baupraxis.
Föllmers Engagement und ihr prägendes Konzept sind Teil eines größeren Trends hin zu einer umfassenderen Digitalisierung im Bauwesen. Das Bundesbauministerium (BMWSB) setzt sich aktiv für die Digitalisierung öffentlicher Verwaltungsprozesse ein, um die Effizienz in der Bauindustrie zu steigern. Digitale Technologien wie Building Information Modeling (BIM) oder die Implementierung digitaler Zwillinge revolutionieren bereits die Planungs-, Ausführungs- und Betriebsprozesse von Bauwerken.
Frühere Auszeichnungen und Zukunftsperspektiven
Die Anerkennung für Föllmers Arbeit ist nicht das erste Mal, dass sie für ihre Leistungen ausgezeichnet wurde. Bereits im Oktober 2025 erhielt sie den „Erhard-Hampe“ Nachwuchsförderpreis für ihre Masterarbeit, was ihren Status als aufstrebende Wissenschaftlerin im Bereich Bauingenieurwesen untermauert. Ihr Mentor, Prof. Jürgen Melzner, unterstützte sie während ihrer gesamten akademischen Laufbahn und war persönlich bei der Preisverleihung anwesend, um ihre Auszeichnung entgegenzunehmen, da Föllmer sich zu dem Zeitpunkt im Ausland aufhielt.
Die Digitalisierung im Bauwesen ist eine zunehmend essentielle Anforderung, um nicht nur die Effizienz zu steigern, sondern auch um den Herausforderungen des Klimawandels und der Fachkräftesicherung zu begegnen. Der verantwortungsvolle Umgang mit Daten und die Schaffung einheitlicher Standards sind zentrale Schlüsselbereiche, in denen das BMWSB und andere Institutionen aktiv zur Verbesserung der Situation beitragen wollen.