Am 14. Februar 2026 wurde das gemeinsame Projekt „ECMAdigital“ von den Präsidenten der Medizinischen Hochschule Brandenburg (MHB) und der Technischen Hochschule Brandenburg (THB) vorgestellt. Dieses innovative Vorhaben hat das Ziel, die Behandlung von Gefäßerkrankungen in Brandenburg zu optimieren. Der Fokus liegt dabei auf der Entwicklung digitaler und personalisierter Therapieansätze, die auf die speziellen Bedürfnisse der Patienten zugeschnitten sind.

Finanziert wird das Projekt durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) im Rahmen des Programms „StaF-Verbund 2023“. Dies unterstreicht die Bedeutung und Dringlichkeit des Themas, da Atherosklerotische Verschlusskrankheiten zu den häufigsten Ursachen für chronische Durchblutungsstörungen zählen. Laut MHB-Website werden in Deutschland jährlich über 18.500 Amputationen oberhalb des Knöchels aufgrund peripherer arterieller Verschlusskrankheit (PAVK) durchgeführt.

Innovative Therapieansätze

Das Projekt „ECMAdigital“ basiert auf einem neuartigen Verfahren zur gezielten Stimulation von Muskeln und Gefäßen, welches mithilfe von Manschetten an den Extremitäten den Blutfluss kontrolliert. Dieses Verfahren imitiert die positiven Effekte von Ausdauertraining, ohne die Patienten einer starken körperlichen Belastung auszusetzen. Ziel ist es, die Gefäßregeneration anzuregen und die Neubildung kleiner Umgehungsgefäße zu fördern, um die Durchblutung entscheidend zu verbessern.

Ein zentraler Aspekt der Therapie ist der patientenzentrierte Ansatz, der darauf abzielt, individuelle Daten der Patienten zu erfassen. Eine zentrale Datenbank wird eingerichtet, welche die Patientendaten zusammen mit diagnostischen Verfahren ergänzt. Mittels KI-Analysen und Machine-Learning-Technologien sollen personalisierte Therapieempfehlungen generiert werden, die die Wirksamkeit der Behandlung erhöhen.

Kooperation für bessere Patientenversorgung

Die Präsidenten der MHB und THB machten deutlich, wie wichtig die hochschulübergreifende Kooperation für die Verbesserung der Patientenversorgung ist. Zu den Projektbestandteilen zählen neben der zentralen Datenbank auch ein strukturiertes Fragebogenverfahren zur Erfassung von Beinschmerzen sowie das therapeutische Gerät „Marathor“, das eine wesentliche Rolle in der Behandlung spielt. Diese Neuerungen könnten nicht nur den Patienten in Brandenburg zugutekommen, sondern auch ein Modell für ähnliche Projekte in ganz Deutschland darstellen.