Am 15. Februar 2026 kündigte Schleswig-Holstein einen bedeutenden Schritt in Richtung einer verbesserten Pflegebedarfsplanung an. Die Landesregierung entwickelt in Kooperation mit der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel eine digitale Pflegebedarfserhebung, die mit einem Frühwarnsystem gekoppelt ist. Dieses innovative Vorhaben zielt darauf ab, den Pflegebedarf künftig besser zu erfassen und die Planung von Fachkräften gezielt zu optimieren.
Die bisherigen Datenzugriffe waren oft zeitlich verzögert und dezentral, was die Planung und Umsetzung von Maßnahmen im Pflegebereich erschwerte. Digitalisierungsminister Dirk Schrödter und Sozialministerin Aminata Touré überreichten Förderbescheide in Höhe von rund 500.000 Euro für die Projekte Pflege-Prognose+ und Pflege-Monitor+. Diese Maßnahmen sollen besonders dazu beitragen, den dynamischen und oft schwer vorhersehbaren Pflegebedarf effektiver anzugehen.
Förderung und Zielsetzung der Projekte
Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt und wird durch KI-gestützte Datenanalysen unterstützt. Pflege-Prognose+ wird mit rund 400.000 Euro gefördert und entwickelt Modelle zur fortlaufenden Prognose des Pflegebedarfs. Das ergänzende Projekt Pflege-Monitor+ hingegen visualisiert die gesammelten Daten und Prognosen in einem benutzerfreundlichen Dashboard. Hierfür stehen rund 100.000 Euro zur Verfügung.
Ein zentrales Ziel dieser Initiative ist es, den Kommunen, Pflegeeinrichtungen und Landesbehörden dynamische Daten bereitzustellen. Diese Daten sollen nicht nur zur Verbesserung der Bedarfsplanung genutzt werden, sondern auch zur Optimierung der Qualität der Pflegeprozesse. Die digitale Pflegebedarfserhebung ist ein Teil des Ersten Maßnahmenpakets zur Sicherstellung der pflegerischen Versorgung, das insgesamt 30 Maßnahmen umfasst.
Hintergrund und Maßnahmenpaket
Das Maßnahmenpaket wurde im November 2024 vom Landespflegeausschuss Schleswig-Holstein verabschiedet. Es trägt dazu bei, die absehbaren Herausforderungen in der Pflegebranche proaktiv anzugehen. Durch den Einsatz modernster Technologien und die Vernetzung von Daten soll die allgemeine Qualität der Pflegeversorgung verbessert werden.
Insgesamt zeigt dieses Projekt, dass Schleswig-Holstein bereit ist, neue Wege in der Gesundheitsversorgung zu gehen. Durch die Kombination von Digitalisierung und neuen analytischen Modellen wird angestrebt, den Pflegebedarf nachhaltig zu sichern.