Am 17. März 2026 wurde Dr. Niklas Gremke für seine herausragenden Forschungsleistungen mit dem MarBiNa-Förderpreis ausgezeichnet. Diese Ehrung fand im Zentrum für Synthetische Mikrobiologie (Synmikro) auf den Lahnbergen statt, wo zahlreiche Gäste, darunter Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies, der Veranstaltung beiwohnten. Der mit 5000 Euro dotierte Preis wird von der Initiative für Bio- und Nanotechnologie vergeben und ist ein Zeichen der Wertschätzung für die innovative Forschung Gremkes im Bereich der Tumorresistenz.
Dr. Gremke ist der erste Mediziner, der diesen Preis erhält. Während seiner Promotion entschlüsselte er die Mechanismen von therapieresistenten Lungentumoren. Seither hat er an der Universitäts-Frauenklinik Marburg eine eigene Nachwuchsgruppe gegründet und untersucht umfassend Therapieresistenzen bei Brustkrebs.
Neue Erkenntnisse zur Tumortherapie
Ein zentrales Ergebnis seiner Forschung zeigt, dass resistente Tumorzellen den mTOR-Signalweg aktivieren, der das Wachstum der Tumoren begünstigt. Interessanterweise haben Gremkes Untersuchungen an 1100 Gewebeproben ergeben, dass diese Tumorzellen gegenüber bestimmten Wirkstoffen, wie Metformin, empfindlich sind. Metformin – häufig zur Behandlung von Typ-2-Diabetes eingesetzt – könnte somit eine Schlüsselrolle im Kampf gegen diesen Resistenztyp spielen.
Gremke plant bereits klinische Studien, um die Wirksamkeit seiner Therapieansätze weiter zu testen. Sein Ziel ist es, als „forschender Arzt“ zu arbeiten und die Brücke zwischen klinischer Praxis und Forschung zu schlagen. Diese Verbindung ist entscheidend, um effektivere Behandlungsstrategien zu entwickeln, die speziell auf die individuellen Eigenschaften von Tumoren abgestimmt sind.
Therapieresistenzen und individualisierte Medizin
Der Wissenschaftler hat auch die funktionelle Modellierung von CDK4/6-Inhibitoren untersucht, die als Standardtherapie in der Erstlinientherapie des fortgeschrittenen Brustkrebsstadiums gelten. Eine seiner aktuellen Studien, die unter kontrollierten Laborbedingungen durchgeführt wurde, beleuchtet Therapieresistenzen, die nach anfänglich erfolgreichen Behandlungen auftreten.
Die Ergebnisse zeigen, dass etwa 70% der Brustkrebserkrankungen einem spezifischen Subtyp angehören, der durch eine Überaktivierung des mTOR-Signalwegs sowie eine gehemmt Autophagie gekennzeichnet ist. Diese Eigenschaften machen die Tumorzellen anfällig für metabolischen Stress, der durch Therapien wie mit Metformin ausgelöst werden kann. Gremkes Team konnte damit neue therapeutische Verwundbarkeiten identifizieren, die für zukünftige Behandlungsansätze von Bedeutung sein könnten.
Durch die präzise Untersuchung von Patient:innen nach dem Versagen einer CDK4/6-Therapie wird angestrebt, Therapieentscheidungen an individuellen Tumoreigenschaften auszurichten. Dies könnte zu passgenaueren und effektiveren Behandlungsoptionen für Patient:innen führen.
Insgesamt zeigt die Arbeit von Dr. Niklas Gremke, dass innovative Ansätze zur Bekämpfung von Krebs nicht nur theoretisches Wissen erfordern, sondern auch einen starken Praxisbezug haben müssen. In diesem Sinne ist seine Auszeichnung mit dem MarBiNa-Förderpreis ein richtiger Schritt in die Zukunft der personalisierten Medizin.