Am 15. Februar 2026 besuchte Dr. ZeVida Jones von der University of Tennessee at Martin (UTM) das Institut für Erziehungswissenschaft der TU Braunschweig als Gastdozentin. Ihr Aufenthalt war Teil des DAAD-geförderten Projektes „Lehramt.International Go out, Come in 2.0“. Während ihrer Zeit in Braunschweig hielt Dr. Jones mehrere Gastvorträge zu Themen wie Inklusion, nachhaltige Entwicklungsziele, Sonderpädagogik, Schulberatung sowie den Unterschieden zwischen dem US-amerikanischen und dem deutschen Schulsystem. Ihre Vorträge lieferten wertvolle Einblicke in ihre Forschung bezüglich afroamerikanischer Studierender der ersten Generation an Colleges.

Im Rahmen ihres Aufenthalts nahm sie an einem Meeting mit Dr. Lukas Dehmel im Digital Lab „The Basement“ des Georg-Eckert-Instituts teil. Zudem wirkte sie aktiv am Workshop „AI Avatars in Virtual Reality Learning Environments“ mit. Dr. Jones hatte bereits zuvor im Juni 2024 im Rahmen des UTM-Travel-Study-Programms die TU Braunschweig besucht, was ihre Verbindung zur Hochschule verstärkte.

Lebensstil und kulturelle Erlebnisse

Im Rahmen ihres Aufenthalts entschied sich Dr. Jones für die Miete einer Privatwohnung. Diese Entscheidung ermöglichte es ihr, ein gemütliches Ambiente zu schaffen und ihre Mahlzeiten selbst zuzubereiten. Ihre Erlebnisse in Deutschland waren geprägt von einem ruhigen Lebensstil, fußläufiger Erreichbarkeit und einem bewussten Tagesrhythmus.

Die Unterschiede zwischen dem Studium in Deutschland und den USA wurden in ihren Vorträgen ebenfalls thematisiert. Beispielsweise sind die Anwesenheitsregeln in Deutschland oft freiwillig, während in den USA die Teilnahme verbindlich ist. Auch das Konzept des „First-Generation-College-Student“, das in den USA verbreitet ist, ist in Deutschland weit weniger bekannt. Zudem ist in den USA die Schulberatung fest in den Schulen angesiedelt, wohingegen diese Aufgaben in Deutschland auf verschiedene Stellen verteilt sind.

Persönliche Herausforderungen und Tipps für Studierende

Trotz der positiven Erfahrungen gab es auch Herausforderungen während ihres Aufenthalts, einschließlich der Unterstützung ihrer Tochter auf Jamaika während des Hurrikans „Melissa“. Dennoch kehrte Dr. Jones mit neuen Kontakten, Ideen und einem vertieften Verständnis für globale Bildung nach Hause. An ihre Zeit in Braunschweig erinnert sie sich gerne zurück, insbesondere an die Gewürze und Süßigkeiten, die sie in einem afrikanischen Laden erwarb.

Für internationale Studierende hat sie den Tipp, Offenheit für die lokale Kultur zu zeigen und eine eigene Wohnung zu mieten, um Stabilität zu gewährleisten. Neben diesen Tipps empfahl sie auch Braunschweigs historische Altstadt, die Campuslabore, traditionelle deutsche Küche und den Kontakt mit Einheimischen als bereichernde Erfahrungen.

Ihr schönstes Erlebnis war der Besuch der Christian Hope Church Braunschweig. Der Gottesdienst, der durch Lobpreis und Predigt geprägt war, fühlte sich für Dr. Jones wie ein spirituelles Zuhause an. Unterstützung erhielt sie während ihres Aufenthalts von Daniel Fehrentz vom Institut für Erziehungswissenschaft, der dafür sorgte, dass sie sich willkommen fühlte.

Bildung für nachhaltige Entwicklung und Inklusion

In der aktuellen Diskussion über Inklusion und Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) beleuchtet der Aufsatz von Marie-Christine Vierbuchen und Marco Rieckmann die Grundprinzipien und Potenziale dieser Themen. BNE zielt darauf ab, Individuen im Umgang mit nachhaltiger Entwicklung zu befähigen, während inklusive Bildung die Teilhabe aller Menschen an Bildung und Gesellschaft in den Mittelpunkt stellt. Bisher wurden diese wissenschaftlichen Diskurse jedoch weitgehend getrennt geführt.

Ein Ziel der Autoren war die Entwicklung einer gemeinsamen Perspektive auf BNE und inklusive Bildung, was die Grundlage für zukünftige Diskussionen über erfolgreiche Bildungsprozesse schaffen könnte. Autorinnen wie Katarina Rončević und Lea Schulz nennen in der ZEP – Zeitschrift für internationale Bildungsforschung und Entwicklungspädagogik Bedingungen, die für das Gelingen von Inklusion und BNE notwendig sind, und ermutigen dazu, gemeinsame Ansätze zu entwickeln, um diese Themen im Bildungsbereich voranzubringen.

Zusammengefasst zeigt Dr. Jones’ Besuch an der TU Braunschweig sowohl die Bedeutung von internationalem Austausch in der Lehrerbildung als auch die Notwendigkeit, unterschiedliche Bildungssysteme und -konzepte kritisch zu reflektieren und voneinander zu lernen.