Ein Team von Schülerinnen aus Dresden hat sich auf eine spannende Herausforderung vorbereitet: Sie entwickeln einen textilbasierten Satelliten für den Deutschen CanSat-Wettbewerb. Dieser Wettbewerb wird vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) organisiert und läutet mit seiner Ausschreibung für die 12. Ausgabe ins Jahr 2025/26 eine neue Runde ein. Der Wettbewerb fordert die teilnehmenden Schülerteams auf, einen funktionalen Minisatelliten in der Größe einer Getränkedose zu konstruieren, der zwei spezielle Missionen erfüllen muss.
Das Team mit dem Namen GRACE (Green Research and CanSat Exploration) besteht aus vier engagierten Schülerinnen: Friederike (16), Marie (15), Anna (14) und Wiebke (15). Die Projektarbeit begann im Herbst 2025 und teilt sich in mehrere Phasen: von der Entwicklung und dem Design über die Konstruktion bis hin zu Programmierung, Tests und Öffentlichkeitsarbeit. Die erste Mission des CanSats umfasst das Messen von Luftdruck und Temperatur sowie die Datenübermittlung an eine Bodenstation, um ein Höhen- und Temperaturprofil zu erstellen und die Fallgeschwindigkeit zu bestimmen. Die Sekundärmissionen, die die Teams selbst gestalten können, bieten die Möglichkeit, zusätzliche wissenschaftliche Fragen zu verfolgen.
Innovativer Ansatz zur Nachhaltigkeit
Ein besonderes Merkmal des CanSats von Team GRACE ist der Fokus auf nachhaltige Bauweise. Der Satellit wird aus textilen Materialien hergestellt, wobei elektronische Bauteile vernäht und auf Polyesterfilz montiert sind. „Die Hülle besteht aus robustem Tipi-Baumwollstoff, der durch Polyestergurte verstärkt wird“, erläutern die Schülerinnen. Der Fallschirm wird aus Ballonseide gefertigt und enthält integrierte Sensoren und Kameras für die Datenerfassung während des Fluges.
In Kooperation mit dem Institut für Textilmaschinen und Textile Hochleistungswerkstofftechnik (ITM) der TU Dresden entwickelt das Team zudem innovative Leiterbahnen. Um die Nachhaltigkeit des gesamten Projekts zu gewährleisten, hat das Team einen Nachhaltigkeitskatalog erstellt, der Kriterien wie Wiederverwendbarkeit, den Einsatz nachwachsender Rohstoffe sowie regionale Verfügbarkeit und Langlebigkeit bewertet.
Die Schülerinnen übernehmen nicht nur technische Aufgaben, sondern auch organisatorische Aspekte. Dazu zählen die Erstellung von Pressemitteilungen, das Führen eines Instagram-Accounts sowie die Budgetplanung. Besonders hervorzuheben ist die gestartete Crowdfunding-Kampagne auf 99funken.de, die das Team mit einem Ziel von 3.000 Euro unterstützen möchte. Unterstützer:innen erhalten Dankeschön-Pakete in Anerkennung ihrer Beiträge. Die Verschickung des CanSats ist für Anfang März 2026 geplant, wenn die Modelle mit einer Rakete auf etwa 700 Meter Höhe gebracht werden, bevor sie mit einem Fallschirm sanft zu Boden sinken.
Ein Blick in die Zukunft
Mit der Teilnahme am Deutschen CanSat-Wettbewerb gewinnen die Schülerinnen nicht nur technische Kenntnisse, sondern auch Fähigkeiten in Projektmanagement, Präsentation und Finanzplanung. Die Bewerbungsphase für weitere Teams läuft noch bis zum 5. Oktober 2025. Der Wettbewerb wird in der „City of Space“ Bremen stattfinden, einem Höhepunkt, der Teilnehmer und Besucher aus der gesamten Region anziehen wird. Die Unterstützung durch Fachjuroren, technische Betreuer und Workshops sorgt dafür, dass die Teams umfassend vorbereitet sind, das Beste aus ihren Projekten herauszuholen.
Insgesamt bietet der Wettbewerb eine hervorragende Möglichkeit für naturwissenschaftlich und raumfahrtinteressierte Jugendliche ab 14 Jahren, praktische Erfahrungen zu sammeln und ihre Leidenschaft für die Wissenschaft in die Realität umzusetzen. Mit innovativen Ideen und einem starken Fokus auf Nachhaltigkeit geht das Team GRACE optimistisch in den Wettbewerb.