Das Dresdner Biotech-Startup Seamless Therapeutics hat einen bedeutenden Kooperationsvertrag mit dem globalen Pharmaunternehmen Eli Lilly unterzeichnet. Der Vertrag, dessen Gesamtvolumen über einer Milliarde Euro beträgt, markiert einen wesentlichen Schritt in der Entwicklung innovativer Gen-Editierungstechnologien. Laut der Technischen Universität Dresden (TUD), aus der Seamless hervorgegangen ist, wird diese Kooperation nicht nur die technologische Forschung vorantreiben, sondern auch zur wirtschaftlichen Wertschöpfung in Sachsen beitragen.
Seamless Therapeutics basiert auf den patentgeschützten Forschungsergebnissen der TUD und hat eine Gen-Editierungsplattform entwickelt, die gezielte Eingriffe in das Erbgut ermöglichen kann. Diese Technologie zielt darauf ab, genetische Mutationen zu korrigieren, die beispielsweise für den genetisch bedingten Hörverlust verantwortlich sind. Eli Lilly bringt seine Expertise im Bereich genetischer Hörstörungen in die Kooperation ein, während Seamless seine neuartige recombinase-basierte Plattform zur Entwicklung spezifischer Therapien einsetzt. Diese Plattform unterscheidet sich von den bekannteren CRISPR/Cas-Technologien und erlaubt Patientenbehandlungen mit hohen Erfolgsaussichten, da sie präzise DNA-Modifikationen vornehmen kann.
Wichtige Partnerschaft und wirtschaftliche Bedeutung
Die Rektorin der TUD, Prof.in Ursula M. Staudinger, unterstreicht die Bedeutung dieser Partnerschaft für die Region, während der Mitgründer von Seamless, Prof. Frank Buchholz, die Zusammenarbeit als Bestätigung für das große Potenzial ihrer Technologie bewertet. Das Unternehmen wurde 2022 gegründet und beschäftigt sich mit der Entwicklung von Gentherapien, die ohne unerwünschte Nebenwirkungen arbeiten sollen.
Die Kooperationsvereinbarung sieht nicht nur eine signifikante Vorabzahlung vor, sondern auch kontinuierliche Forschungs- und Entwicklungsfinanzierungen. Dies könnte Seamless ermöglichen, bis zu 1,1 Milliarden USD zu erhalten, abgesehen von zusätzlichen leistungsabhängigen Zahlungen. Albert Seymour, der CEO von Seamless Therapeutics, hebt hervor, dass die Zusammenarbeit sowohl strategische Bedeutung hat als auch die Validierung ihrer Technologieplattform unterstützt.
Wachsende Branche und technologische Entwicklungen
Das Interesse an Gen-Editierungs-Technologien wächst in der Biotech- und Pharmaindustrie, die durch transformative Innovationen geprägt ist. Laut einem Bericht von biopharmIQ gibt es weltweit 332 identifizierte Unternehmen im Bereich Gene Editing, wobei die Vereinigten Staaten mit 217 Firmen die Führung übernehmen. Die Technologie hat sich als äußerst vielversprechend in der Entwicklung von Therapien für genetisch bedingte Erkrankungen, einschließlich Krebs und seltenen Krankheiten, erwiesen.
In einem weiteren, kürzlich getätigten Deal hat das Unternehmen Sanofi ebenfalls das Potenzial von Gentherapien erkannt und eine Finanzierung von 60 Millionen Euro für Programme zur Behandlung von genetisch verursachtem Hörverlust angekündigt. Dies reflektiert das zunehmende Interesse und die Investitionen im Bereich der Gentherapien, was die Bedeutung der aktuellen Entwicklungen bei Seamless Therapeutics zusätzlich unterstreicht.