Am 26. Februar 2026 wird das dringende Bedürfnis nach effektiveren Therapien für Bauchspeicheldrüsenkrebs (PDAC) erneut deutlich. Diese Krebsart zählt zu den tödlichsten und paradoxen, weil sie häufig erst in fortgeschrittenen Stadien diagnostiziert wird. Die Behandlungsmöglichkeiten sind begrenzt, da Tumoren Resistenzen gegen moderne zielgerichtete Therapien entwickeln können. Daher setzt die Deutsche Krebshilfe große Hoffnungen in die Deutsche Allianz Pankreaskarzinom, die neue Herangehensweisen zur Behandlung und Verbesserung der Prognose der Betroffenen untersuchen will, wie uni-kiel.de berichtet.

Die Allianz startet mit drei Forschungskonsortien an 23 Standorten in Deutschland sowie an Universitäten in den USA und den Niederlanden. Ihr Ziel ist es, Bauchspeicheldrüsenkrebs auf molekularer Ebene besser zu verstehen und personalisierte Therapiekonzepte zu entwickeln. An dieser Initiative beteiligt sind auch die Medizinische Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) mit jeweils wichtigen Beiträgen zu den Projekten DEFEAT-PDAC und ONCOverse.

Forschungsschwerpunkte und Innovationen

Das Projekt DEFEAT-PDAC wird mit rund 1,1 Millionen Euro gefördert und hat das Ziel, biologische Schwachstellen von Tumorzellen zu identifizieren und neue Behandlungsstrategien zu entwickeln. Ein zentraler Fokus liegt auf dem Onkogen MYC, das bei vielen Bauchspeicheldrüsen-Tumoren eine entscheidende Rolle spielt, jedoch nur schwer therapeutisch angegriffen werden kann. Das Konsortium untersucht zudem die Resistenzmechanismen gegen KRAS-Inhibitoren, um vielversprechende Kombinationsstrategien zu entwickeln.

Gleichzeitig arbeitet ONCOverse an einer digitalen Plattform, die klinische, molekulare und patientenberichtete Daten strukturiert erfasst. Diese Plattform hat das Potenzial, Patientinnen und Patienten zu vernetzen und die Versorgungsqualität zu verbessern. Innovative Technologien wie virtuelle Realität (VR) werden hierbei genutzt, um Patientenerfahrungen zu dokumentieren und deren Entscheidungsprozesse zu unterstützen.

Interaktion zwischen Tumoren und Immunsystem

<pNeueste Forschungsergebnisse von Wissenschaftlern der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) zeigen, dass die Wechselwirkungen zwischen Bauchspeicheldrüsenkrebszellen und dem Immunsystem komplex und entscheidend für den Krankheitsverlauf sind. Diese Erkenntnisse wurden in der Fachzeitschrift „Nature Communications“ veröffentlicht. Der Bauchspeicheldrüsenkrebs weist zwei verschiedene Subtypen auf: den klassischen (CLA) und den basal-ähnlichen (BL) Subtyp. Die Anwesenheit beider Subtypen binnen eines Tumors verschlechtert die Überlebenschancen und erschwert die Behandlung erheblich, berichtet deutschesgesundheitsportal.de.

Die Studie legt dar, dass Makrophagen eine zentrale Rolle spielen, indem sie durch Signalproteine des Tumors angelockt werden. Diese Interaktion unterdrückt die Aktivität zytotoxischer T-Zellen und schwächt somit die Immunabwehr. Ein entscheidender Schlüsselfaktor in diesem Prozess ist das entzündungsfördernde Signalprotein TNF-α, das Tumoren nutzen, um ihre Immunüberwachung zu kontrollieren.

Neue Ansätze in der Therapie

Zusätzlich wurde eine innovative Kombinationstherapie aus Immuntherapie und Chemotherapie vorgeschlagen, um entzündungsfördernde Makrophagen zu hemmen und die Funktion der zytotoxischen T-Zellen zu verbessern. Erste vorklinische Tests zeigen vielversprechende Resultate, die eine Reduzierung schädlicher Entzündungsreaktionen und eine Verbesserung der Überlebensraten belegen. Zukünftige klinische Studien sollen diese Ergebnisse auf Krebspatient*innen übertragen, mit dem Ziel, die Überlebenschancen und die Lebensqualität von Betroffenen zu steigern.

Ein weiterer entscheidender Aspekt in der Therapie von Bauchspeicheldrüsenkrebs ist die Untersuchungen zur Co-Abhängigkeit zwischen dem PI3K-Signalweg und der SUMO-Maschinerie. Studien haben gezeigt, dass eine gleichzeitige Blockade beider Signalwege bei Mausmodellen zu einer signifikanten Hemmung des Tumorwachstums ohne Toxizität führte. Diese Ergebnisse unterstützen die Hypothese, dass eine derartige kombinierte Therapie in der klinischen Praxis vielversprechend sein könnte, wie charite.de anmerkt.

Insgesamt zeigen die aktuellen Forschungsprojekte und therapeutischen Ansätze vielversprechende Perspektiven für die Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs, einem der aggressivsten Tumoren. Mit dem Einsatz von innovativen Behandlungsmethoden und Technologien wird die Hoffnung auf längere Überlebenschancen für Patientinnen und Patienten neu entfacht.