In einer bewegenden Zeremonie wurde Professor Sven Michel von der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) mit der Ehrendoktorwürde der National University of Pharmacy (NUPh) ausgezeichnet. Diese Ehrung würdigt seine herausragenden Beiträge zur internationalen Bildungskooperation und Gesundheitsausbildung sowie seine Kooperationen mit arabischen Ländern. Die Auszeichnung fand im Rahmen eines internationalen Friedensgipfels zur russischen Invasion in der Ukraine statt, der Mitte Dezember in der ukrainischen Botschaft in Berlin abgehalten wurde. Hierbei überreichte der Rektor der NUPh, Prof. Dr. Oleksandr Kukhtenko, die Ehrung im Beisein von Natalia Chernopaschenko, der stellvertretenden ukrainischen Botschafterin.
Die Verleihung des Ehren-Chevron, der seit 2022 in der Ukraine verliehen wird, ist ein Zeichen von Dankbarkeit und Vertrauen (b-tu.de). Prof. Michel zeigte sich dankbar für diese Ehrung, die simbolisch für alle steht, die sich für Bildung und Zusammenarbeit einsetzen. Der Friedensgipfel brachte Fachdelegationen aus unterschiedlichen Bereichen zusammen, um Workshops zur Hochschulentwicklung und zur Forschungszusammenarbeit zu gestalten.
Hochschulreformen und geplante Kooperationen
Wie Prof. Michel berichtete, plante er während der Veranstaltung auch Kooperationsvorhaben mit Partnern aus der Lausitz, insbesondere in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Abbas Kaafarani von der Kharkiv Medical Academy of Postgraduate Education. Zudem stellte er das gesundheitswissenschaftliche Profil und das Studienangebot der BTU vor, in Abstimmung mit seinen Kollegen Prof. Dr. Wolfram Berger und Dr. Anne-Helen Lutter. Die Ukraine hat ehrgeizige Pläne, ihre Ausbildungskapazitäten und die Produktion pharmazeutischer Produkte auszubauen.
Bei dieser Gelegenheit versicherte Natalia Chernopaschenko, dass die ukrainische Botschaft sowie das Gesundheitsministerium eine vertiefte Zusammenarbeit mit der BTU unterstützen. Im Jahr 2026 ist bereits ein Delegationsbesuch des ukrainischen Gesundheitsministers sowie von Hochschulleitungen aus Kharkiv in Senftenberg geplant. Die NUPh bietet eine Vielzahl von konsekutiven Studiengängen an, darunter Biotechnologie, Physiotherapie und Gesundheitsmanagement, und betreibt eine Universitätsklinik für Therapie und Rehabilitation in Uschgorod, fernab des Kriegsgeschehens.
Die Rolle der Ukraine im europäischen Hochschulraum
Ein weiterer Themenbereich der Gespräche in Berlin war die aktuelle Situation der ukrainischen Universitäten, die trotz der Herausforderungen durch den Krieg weiterhin ihren Bildungsauftrag erfüllen. Vor dem Ausbruch der Konflikte war die Ukraine ein gefragter Studienort für internationale Studierende, insbesondere in den Bereichen Medizin und Gesundheitstechnik. Aktuellen Schätzungen zufolge ist die Zahl internationaler Studierender jedoch um bis zu 90 Prozent gesunken.
Im Kontext der Ehrendoktorwürde ist es wichtig zu erwähnen, dass diese Auszeichnung als Ausdruck von Anerkennung für besondere Leistungen in verschiedenen Bereichen verliehen wird. Die Bezeichnung „honoris causa“ bedeutet „ehrenhalber“ und ist ein Zeichen der Würdigung. In Deutschland werden Ehrendoktorwürden eher zurückhaltend vergeben, und die genauen Bedingungen dafür regeln die Promotionsordnungen der einzelnen Universitätsfakultäten (Wikipedia).
Die Ehrendoktorwürde ist ein bedeutender Schritt in der internationalen Zusammenarbeit von Hochschulen und verdeutlicht, wie sehr Bildung und Forschung in Krisenzeiten geschätzt werden. Es bleibt abzuwarten, wie sich die ukrainische Hochschullandschaft weiter entwickeln wird, doch mit Engagement und Partnerschaft wird sicherlich viel möglich sein.



