Am 23. Februar 2026 wurde Hartmut Pasternak an der Vilnius Gediminas Technical University (VILNIUS TECH) die Ehrendoktorwürde verliehen. Diese Auszeichnung würdigt seine herausragenden Verdienste im Bereich der Ingenieurwissenschaften sowie seine internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit. Der Rektor der Universität, Prof. Dr. Romualdas Kliukas, betonte während der Verleihung die beeindruckenden wissenschaftlichen Leistungen Pasternaks und sein Engagement für die litauische Hochschule.
Pasternak studierte, promovierte und habilitierte an Technischen Universitäten in Breslau und Braunschweig. Seine akademische Karriere führte ihn zu einem Forschungsaufenthalt an der University of Illinois at Urbana-Champaign, der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert wurde. Im Jahr 1993 übernahm er eine Professur für Stahlbau an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) und leitete bis 2020 den Lehrstuhl für Stahl- und Holzbau. Von 2016 bis 2019 war er zudem Sprecher des Instituts für Bauingenieurwesen der BTU.
Forschung und Publikationen
Die Forschung von Hartmut Pasternak konzentriert sich auf die Stabilität von Stahlbauteilen, Klebverbindungen im Stahlbau und die Analyse von Schweißeigenspannungen. Seine Arbeiten basieren oft auf realisierten Bauwerken, wie beispielsweise bei einem Projekt zu stählernen Schalenbauwerken. Als einer der produktivsten Wissenschaftler im Stahlbau hat Pasternak fünf Fachbücher veröffentlicht und über 260 wissenschaftliche Publikationen verfasst. Er ist seit 1999 Mitherausgeber der Fachzeitschrift Bauingenieur und zudem Mitglied des Technical Committee 8 der European Convention for Constructional Steelwork (ECCS).
Durch internationale Forschungsprojekte und als Prüfingenieur im konstruktiven Ingenieurbau hat Pasternak viel zur Weiterentwicklung des Fachgebiets beigetragen. Die Zusammenarbeit mit der VILNIUS TECH besteht bereits seit über zwei Jahrzehnten; er war Mitinitiator der Partnerschaft zwischen dieser Universität und der BTU. Diese Ehrendoktorwürde wird als Zeichen für die europäische Zusammenarbeit im Bauingenieurwesen angesehen.
Professur für Stahlbau. Eine breite Perspektive
Die Professur für Stahlbau an der BTU befasst sich mit tragenden Strukturen im Stahl-, Verbund- und Leichtmetallbau. Der Fokus liegt auf einer wirtschaftlichen und ressourcenschonenden Bauweise, die die maximale Beanspruchbarkeit und Verformbarkeit von Strukturelementen untersucht. Dies beinhaltet auch die Analyse der Tragfähigkeiten von Stahl-, Verbund- und Aluminiumbauteilen bei verschiedenen Einwirkungen. Die Forschung behandelt auch die Restlebensdauer und Resttragfähigkeit von Tragelementen, vor allem unter dem Gesichtspunkt der Ermüdung und Alterung.
Ein weiterer Forschungsschwerpunkt sind Schutzvorrichtungen aus Stahl, die gegen seismische und andere außergewöhnliche Einwirkungen entwickelt werden. An der Universität Siegen findet eine interdisziplinäre Forschung hinsichtlich Planung, Errichtung und Überwachung von Stahlbaukonstruktionen statt. Hierbei werden ingenieurwissenschaftliche, materialtechnische und physikalische Perspektiven miteinander kombiniert, um integrative Lösungen für den gesamten Lebenszyklus von Bauwerken zu entwickeln.