Am 14. Februar 2026 wurde Professor Sven Michel von der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) mit der Ehrendoktorwürde der National University of Pharmacy (NUPh) in der Ukraine ausgezeichnet. Die Verleihung fand im Rahmen eines internationalen Friedensgipfels in Berlin statt, der sich mit der schwierigen Lage in der Ukraine infolge der russischen Invasion auseinandersetzte. Der Rektor der NUPh, Professor Dr. Oleksandr Kukhtenko, überreichte die Auszeichnung in der ukrainischen Botschaft, unterstützt von Botschaftsrätin Natalia Chernopaschenko.
Professor Michel wurde für sein Engagement in der internationalen Bildungskooperation und Gesundheitsausbildung, insbesondere in Partnerschaften mit arabischen Ländern, gewürdigt. Diese Ehrung steht im Zeichen des Ehren-Chevrons, der seit 2022 an Personen verliehen wird, die bedeutende Beiträge zur ukrainischen Gesellschaft geleistet haben. Bei der Zeremonie betonte Professor Michel seine Dankbarkeit, die nicht nur ihm gilt, sondern auch all denen, die sich für Bildung und Zusammenarbeit einsetzen, wie b-tu.de berichtet.
Internationale Zusammenarbeit und Hochschulentwicklung
Der Friedensgipfel in Berlin, bei dem zahlreiche Fachdelegationen aus Wissenschaft, Bildung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft anwesend waren, legte seinen Fokus auf die Hochschulentwicklung und Forschungszusammenarbeit. Professor Michel, der auch Präsident der Deutsch-Arabischen Hochschulkonferenz ist, stellte in diesem Rahmen Kooperationsvorhaben mit Partnern aus der Lausitz vor. Dies geschah insbesondere in Zusammenarbeit mit Professor Dr. Abbas Kaafarani von der Kharkiv Medical Academy of Postgraduate Education.
Besonders großes Interesse weckte der sensorgestützte Therapieansatz, der am BTU-Standort Senftenberg vorgestellt wurde. Die Ukraine plant, ihre Ausbildungskapazitäten sowie die Herstellung pharmazeutischer Produkte auszubauen. Botschaftsrätin Chernopaschenko bekräftigte die Unterstützung der ukrainischen Botschaft und des Gesundheitsministeriums für eine vertiefte Kooperation mit der BTU, und ein Delegationsbesuch in Senftenberg durch den ukrainischen Gesundheitsminister und Hochschulleitungen aus Kharkiv ist für 2026 angestrebt.
Bildung trotz Krisenzeiten
Die NUPh bietet konsekutive Studiengänge in Biotechnologie, Physiotherapie, Gesundheitsmanagement, Chemie und klinischer Laboratoriumsdiagnostik an und betreibt eine Universitätsklinik für Therapie und Rehabilitation in Uschgorod, das glücklicherweise weit entfernt vom Kriegsgeschehen liegt. In Berlin wurden auch die Herausforderungen thematisiert, mit denen ukrainische Universitäten während des Krieges konfrontiert sind. Die Hochschulstadt Kharkiv, bekannt für ihre traditionsreichen staatlichen Einrichtungen wie die Kharkiv National Medical University, war vor dem Krieg ein gefragter Studienort für internationale Studierende, insbesondere im Bereich Medizin und Gesundheitstechnik.
Leider ist die Zahl internationaler Studierender seitdem um bis zu 90 Prozent gesunken. Professor Dr. Oleksandr Kukhtenko informierte über die laufenden Hochschulreformen und die Rolle der Ukraine im europäischen Hochschulraum. Trotz der widrigen Umstände bleibt die Hoffnung auf eine positive Entwicklung für die ukrainische Hochschulbildung bestehen. Die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern, wie sie durch Professor Michel repräsentiert wird, kann einen wesentlichen Beitrag dazu leisten.