Prof. Dr. Regine Kahmann, emeritierte Direktorin des Max-Planck-Instituts für terrestrische Mikrobiologie und Professorin für Genetik an der Philipps-Universität Marburg, wurde für ihr langjähriges Engagement in der Max-Planck-Gesellschaft mit dem Communitas-Preis ausgezeichnet. Die Verleihung findet im Februar durch den Präsidenten der Gesellschaft, Patrick Cramer, statt. Kahmann bleibt auch nach ihrer Emeritierung aktiv und engagiert sich in verschiedenen Funktionen innerhalb der Gesellschaft.

Die Würdigung erfolgt nicht nur für ihre herausragenden wissenschaftlichen Leistungen, sondern auch für ihre bedeutenden Beiträge zum Wohl der Gesellschaft, insbesondere in der Kommissionsarbeit und Konfliktvermittlung. Kahmann ist auch als Ombudsperson an der Universität Marburg und am Max-Planck-Institut tätig.

Forschung zu Ustilago maydis

Ein zentraler Aspekt ihrer Forschung ist der pilzliche Pathogen Ustilago maydis, welcher jährlich bis zu 20 Prozent der weltweiten Maisernte vernichtet. Der biotrophe Pilz nutzt komplexe Mechanismen, um die Pflanze zu infizieren, was Kahmanns Arbeit zu einem bedeutenden Thema für die Landwirtschaft macht. Ihre Gruppe hat gezeigt, wie der Pilz die Immunantwort des Wirtes unterdrückt und somit Krankheiten verursacht.

Besonders hervorzuheben ist die Entdeckung eines oberflächenexponierten Protein-Komplexes, der aus sieben Proteinen besteht und für die Virulenz des Pilzes essentiell ist. Dieser Komplex interagiert mit den Wirtszellen und wird während der Infektion gebildet, was ihn zu einem potenziellen Ziel für die Entwicklung neuer Fungizide macht. Vorangegangene Hochdurchsatzscreenings haben bereits zahlreiche Wirkstoffkandidaten identifiziert, die Symptome von Ustilago maydis und anderen pflanzenpathogenen Pilzen effizient hemmen können, wie von VBIO berichtet.

Die Erkenntnisse über den Mechanismus, wie Effektoren in Pflanzenzellen gelangen, sind noch nicht vollständig geklärt, doch es ist klar, dass Kahmanns Arbeiten wesentliche Grundlagen für zukünftige Lösungen in der Landwirtschaft bieten. Ihre Forschungsgruppe hat das Genom von U. maydis seither eingehend untersucht, wobei der Schwerpunkt auf der funktionalen Analyse neuartiger sekretierter Proteineffekte liegt.

Anerkennung und Engagement

Kahmanns Engagement für die Wissenschaft und ihre beeindruckenden Leistungen wurden ebenfalls durch ihre Mitgliedschaften in renommierten Institutionen gewürdigt. Sie ist Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, auswärtiges Mitglied der National Academy of Sciences (NAS) sowie der Royal Society. Zudem wurde sie zum Ehrenmitglied der Deutschen Botanischen Gesellschaft ernannt.

Zusätzlich zur Verleihung des Communitas-Preises erhalten auch Heinz Wässle vom MPI für Hirnforschung und Lothar Willmitzer vom Ernst-Strüngmann-Institut Auszeichnungen für ihre bemerkenswerte Arbeit. Während Wässle sich mit der Aufarbeitung der Geschichte der Hirnforschung befasst, trug Willmitzer zur Stabilisierung seines Instituts in Krisenzeiten bei und bereitete dessen Integration in die Max-Planck-Gesellschaft vor. Damit wird sichtbar, dass die Max-Planck-Gesellschaft auf eine Vielzahl von bedeutenden Persönlichkeiten setzen kann, die sich sowohl wissenschaftlich als auch gesellschaftlich stark engagieren.