Horst-Michael Arndt, ehemaliger Geschäftsführer der Ruppiner Kliniken und Mitgründer der Medizinischen Hochschule Brandenburg Theodor Fontane (MHB), verstarb am 4. April 2026 im Alter von 75 Jahren im Ruppiner Hospiz. Arndts Karriere war geprägt von einer tiefen Überzeugung für die Verknüpfung von medizinischer Versorgung und Ausbildung. Er führte die Ruppiner Kliniken, die heute als Universitätsklinikum Ruppin-Brandenburg bekannt sind, über mehr als zwei Jahrzehnte und hinterließ einen bedeutenden Einfluss auf die Gesundheitslandschaft in Brandenburg.
Arndt war ein echter Pionier, wenn es darum ging, die medizinische Versorgung in ländlichen Regionen zu stärken. In Brandenburg sah er, dass das Gewinnen von medizinischem Nachwuchs eng mit der lokalen Ausbildung verbunden ist. Daher setzte er sich aktiv für die Gründung der MHB ein, die in den frühen 2010er-Jahren konkrete Formen annahm. Ein zentrales Treffen im Jahr 2010 in Potsdam stellte einen Wendepunkt für die Hochschule dar, und obwohl Arndt 2012 die Ruppiner Kliniken verließ, trug er entscheidend zur Gründung der MHB im Jahr 2014 bei. Sein verstärktes Engagement für die medizinische Ausbildung in der Region trug erheblich zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung bei, insbesondere in ländlichen Gebieten, wo spezialisierte Dienstleistungen oft fehlen.
Medizinische Versorgung im ländlichen Raum
Die Herausforderungen der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum sind vielschichtig. Laut bpb.de sind medizinische und pflegerische Versorgungsangebote grundlegende Elemente der Daseinsvorsorge. Die Bevölkerung erwartet qualitativ hochwertige Dienstleistungen, unabhängig vom Wohnort. In ländlichen Regionen ist die Situation jedoch oft angespannt – hier gibt es weniger Gesundheitsversorgungseinrichtungen als in städtischen Zentren. Dies führt zu erheblichen Anfahrtswegen für die Patienten und erschwert den Zugang zu spezialisierten Leistungen.
Besonders betroffen sind ältere Menschen, die häufig eine höhere Krankheitslast aufweisen und auf umfassende medizinische Versorgung angewiesen sind. In vielen ländlichen Gebieten sind Kinder- und Jugendärzte kaum oder gar nicht vorhanden, da die geringe Anzahl an Kindern und Jugendlichen eine wirtschaftliche Tragfähigkeit verhindert. Hier findet die ambulante Versorgung hauptsächlich durch Haus- und Fachärzte statt, während spezialisierte Versorgungsangebote wie Geriatrie und Pädiatrie eingeschränkt sind.
Innovationen zur Veränderung
Um die medizinische Versorgung in ländlichen Gebieten zu verbessern, sind innovative Modelle notwendig. Dazu zählen Kooperationen zwischen verschiedenen Gesundheitsberufen, telemedizinische Angebote und mobile Gesundheitsdienstleister. Diese Innovationen können dazu beitragen, die Versorgungssituation zu optimieren und die ländlichen Gebiete besser in die planerischen Überlegungen zur Gesundheitsversorgung einzubeziehen.
Arndt wird in Erinnerung bleiben als ein Brückenbauer, der die Integration medizinischer Versorgung und Ausbildung förderte. Im Juli 2024 feierte er mit Studierenden und Mitarbeitenden das zehnjährige Bestehen der MHB, ein Zeugnis seiner nachhaltigen Wirkung auf die akademische und medizinische Landschaft in Brandenburg. Sein Einsatz hat nicht nur die Ausbildung von medizinischem Personal in der Region unterstützt, sondern auch zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung beigetragen, was in Anbetracht der herrschenden Herausforderungen in ländlichen Gebieten von enormer Bedeutung ist.