Am 8. März 2026 wird der Internationale Frauentag mit einem besonderen Event gefeiert, das sich dem Dialog über Feminismus und Musikkultur widmet. Der feministische Radiotag, wie er von der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) organisiert wird, bringt lokale Initiativen aus Cottbus und der Lausitz zusammen. Das Projekt, geleitet von der erfahrenen Wissenschaftlerin Prof. Dr. Stefanie Kiwi Menrath, zielt darauf ab, die Stimmen von Frauen und marginalisierten Gruppen in der Musik zu stärken und ihnen eine Plattform zu bieten.
Besonders im Fokus stehen Gespräche mit Forschern aus Berlin, die sich mit Sound Systems und deren Wissenspraktiken auseinandersetzen. Am 8. März werden zudem Interviews mit feministischen Projekten aus der Region im Radiostudio stattfinden. Johanna Tirnthal, die Projektkoordinatorin, weist auf die immense Bedeutung von freiem Radio für Teilhabe und Selbstermächtigung hin, was die Relevanz der Veranstaltung unterstreicht.
Live-DJ-Sets und Austausch
Das Programm des feministischen Radiotags bietet eine facettenreiche Gestaltung mit Live-DJ-Sets von Cottbusser FLINTA*-DJs, die das Radiostudio in einen Clubraum verwandeln. Von 18 Uhr bis Mitternacht können Besucher vor Ort und online feiern und sich mit der Musikwelt versorgen. Das traditionelle Anliegen, das reguläre Programm zu Gunsten feministischer Inhalte zu unterbrechen, wird auch in diesem Jahr fortgeführt.
Das Radiostudio in der Burgstraße 22 ist am 8. März von 12 bis 24 Uhr für Interessierte geöffnet. Besucher können Radioarbeit kennenlernen, sich informieren und mit den Machern ins Gespräch kommen. Das Live-Programm wird zudem über den DAB+-Kanal Radiokombinat Brandenburg sowie weltweit im Webstream auf sternchen.fm übertragen, was eine weitreichende Reichweite garantiert.
Genderforschung in der Musikwissenschaft
Der feministische Radiotag ist Teil einer breiteren Bewegung, die sich mit den Themen Musik und Gender beschäftigt. Diese Disziplin hat in den letzten Jahren an Relevanz gewonnen und betrachtet insbesondere die Rolle von Frauen in der Musikgeschichte sowie die Herausforderungen, vor denen sie stehen. Die Fachgruppe Frauen- und Genderstudien, gegründet im Jahr 1994 und umbenannt im Jahr 2003, setzt sich für das Sichtbarmachen weiblicher Perspektiven in der Musikwissenschaft ein und fördert intersektionale Ansätze.
Lesenswerte Forschungsprojekte zeigen, dass die Musikwelt stark durch Gender-Bias geprägt ist. So dominiert beispielsweise der Frauenanteil auf Festivalbühnen, während Studien zur Rolle von Frauen in klassischen Musikgenres und dem Umgang mit Homosexualität im Rap wichtige Fragen aufwerfen. Auch die aktuellen Herausforderungen, wie die Bevorzugung männlicher Interpreten in Musikempfehlungsalgorithmen, zeigen, wie notwendig der Einsatz für Gleichstellung in der Musikszene ist.
Die Verbreitung von gender- und diversitätssensiblen Forschungsansätzen ist entscheidend, um die Musikwelt zu transformieren und ein inklusives Umfeld für alle Musikschaffenden zu schaffen. In diesem Sinne wird der feministische Radiotag am 8. März nicht nur eine Feier der Musik, sondern auch ein wichtiger Schritt in Richtung Selbstermächtigung und Sichtbarkeit derjenigen, die in der Musikwelt oft übersehen werden.