Am 24. Februar 2026 jährt sich der Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine zum vierten Mal. Die Technische Universität Chemnitz (TUC) erhebt in diesem Zusammenhang ihre Stimme und zeigt Solidarität mit der Ukraine durch eine Vielzahl von Aktionen. An diesem denkwürdigen Tag werden die ukrainische Nationalflagge an mehreren Fahnenmasten gehisst und der Böttcher-Bau in den Farben der Nationalflagge beleuchtet. Zudem wird das Logo der TUC auf der Homepage und in den Social-Media-Kanälen in der charakteristischen Farbkombination Blau und Gelb dargestellt. So berichtet tu-chemnitz.de von der bedeutenden Aktion, die Teil der Kampagne ZUSAMMENSTEHEN #TUCgether ist, welche für demokratische Grundordnung, Frieden, Toleranz, Vielfalt und Weltoffenheit eintritt.

In den letzten vier Jahren hat die TUC ihre Unterstützung für ukrainische Forscher und Studierende ausgebaut. Im Rahmen des DAAD-Projekts „TU4Ukraine“ wurden zahlreiche Stipendien an ukrainische Studierende vergeben. Darüber hinaus fanden im Oktober 2025 zwei internationale Summer Schools an der TUC statt, an denen 30 Studierende der Nationalen Iwan-Franko-Universität Lwiw teilnahmen. Dies zeigt das Engagement der TUC, Wissen und Kompetenzen auszutauschen und zu fördern.

Akademische Kooperationen und Initiativen

Die Technische Universität Chemnitz hat sich aktiv in der Entwicklung von Ausbildungsclustern engagiert, die von 2024 bis 2027 zu nachhaltigen optischen Materialien führen sollen. Dabei sind auch zwei ukrainische Universitäten und das Institut für Halbleiterphysik der NASU beteiligt. Weiterhin gehört die TUC seit Juli 2025 zum „Deutsch-Ukrainischen Hochschulnetzwerk“, welches mit insgesamt 24 Millionen Euro bis Juni 2029 gefördert wird. Das Netzwerk hat bereits 29 Kooperationsprojekte zur Stärkung der akademischen Zusammenarbeit zwischen deutschen und ukrainischen Hochschulen ausgewählt.

Eine herausragende Initiative innerhalb dieses Netzwerks ist das Projekt „CLiK Bridge“, das mit bis zu 790.000 Euro finanziell unterstützt wird. Es zielt darauf ab, gemeinsame Microcredentials in Physik und Wirtschaftswissenschaften zu entwickeln. Auch der Besuch von 32 Studierenden und neun Dozenten der Lviv Polytechnic National University an der TUC im Januar 2026 belegt die aktiv gestalteten Austauschbeziehungen. Zudem engagieren sich zwei ukrainische Forschende über die Philipp Schwartz-Initiative an der Fakultät für Mathematik der TUC. Prof. Dr. Vladimir Shikhman leitet die TUC-Geflüchtetenhilfegruppe und betreut ukrainische Studierende.

Die Hochschulförderung findet vor dem Hintergrund schwieriger Bedingungen in der Ukraine statt. Der Angriffskrieg hat die Bildungseinrichtungen stark beeinträchtigt. Laut Berichten des DAAD kommt es zu einer Zerstörung von Hochschulen, der erzwungenen Migration von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie zu unzureichender Finanzierung im Wissenschaftssektor. Hier reagierte der DAAD bereits 2022 mit der Flexibilisierung laufender Förderprogramme und der Einrichtung neuer Initiativen wie „Zukunft Ukraine“ und „Ukraine digital“ daad.de.

Der Kontext des akademischen Austauschs

Der Krieg in der Ukraine betrifft sämtliche Lebensbereiche, einschließlich Bildung und Forschung, und hat die akademische Infrastruktur massiv in Mitleidenschaft gezogen. Über 1.300 Schulen und Bildungseinrichtungen wurden seit Beginn des Krieges zerstört. Dennoch hat der akademische Austausch zwischen Deutschland und der Ukraine durch verschiedene Projekte an Fahrt aufgenommen. Zum Beispiel wurde das Zentrum für interdisziplinäre Ukrainestudien an der Universität Regensburg im Oktober 2024 eröffnet, um den interdisziplinären Austausch zu fördern. Dies beinhaltet Themen wie den Schutz des kulturellen Erbes in Kriegszeiten, unterstützt vom DAAD mit über 2,3 Millionen Euro bis 2028 deutschland.de.

Zusätzlich wird der Kompetenzverbund Interdisziplinäre Ukrainestudien in Frankfurt (Oder) und Berlin gefördert, um die Ukraine-bezogene Lehre an der Europa-Universität Viadrina zu stärken. Dieses Netzwerk umfasst Diskussionsveranstaltungen, Gastprofessuren und Studienprogramme und wird vom DAAD mit 2,5 Millionen Euro über vier Jahre unterstützt. Damit erhält der akademische Austausch im Kontext des Krieges neue Impulse und trägt zur langfristigen Stabilität der Bildungslandschaft in der Ukraine bei.