In der Technischen Universität Dresden dreht sich bis zum 10. März 2026 alles um die Sichtbarmachung von Informatikerinnen. Die interaktive Ausstellung „Faces of Computer Science“ zeigt sowohl die Leistungen historischer als auch aktueller Forscherinnen im Bereich Informatik. Im Foyer des Fritz-Foerster-Baus sind die Besucher:innen eingeladen, den Begriff „Informatik“ neu zu entdecken und sich selbst als Teil dieser spannenden Disziplin zu betrachten.

Die Ausstellung bietet interaktive Stationen, die nicht nur zum Informieren anregen, sondern auch zur aktiven Teilnahme einladen. So können die Besucher:innen sogar Vorschläge für weitere Forscherinnen einbringen und nominieren, die in der Ausstellung berücksichtigt werden könnten. Diese Initiative, konzipiert vom Interactive Science Lab am Center for Interdisciplinary Digital Sciences (CIDS), verfolgt das Ziel, die Verdienste von Wissenschaftlerinnen sichtbarer zu machen und einen Dialog über deren Anerkennung und den Wert von Vorbildern zu fördern.

Engagement für Chancengleichheit

Das Thema Sichtbarkeit und Gleichstellung zieht sich wie ein roter Faden durch die aktuelle Wissenschaftslandschaft in Deutschland. Ein Beispiel hierfür ist die kürzlich eröffnete Ausstellung an der Universität Bonn, die von Bundesforschungsministerin Dorothee Bär und ehemaliger Bundeskanzlerin Angela Merkel eingeweiht wurde. Bei dieser Veranstaltung würdigte Merkel unter anderem die Arbeit der Wissenschaftsfotografin Gesine Born, die mit ihrem innovativen Ansatz die Leistungen von Wissenschaftlerinnen sichtbar macht.

Merkel unterstrich die Notwendigkeit, die Erfolge von Frauen in der Wissenschaft stärker bekannt zu machen, um insbesondere junge Frauen zu ermutigen, eine akademische Laufbahn einzuschlagen. Diese Bemühungen stehen im Einklang mit den Zielen des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR), das Maßnahmen zur Förderung der Gleichstellung und zur Bekämpfung der sogenannten „Leaky Pipeline“ ins Leben gerufen hat. Der Anteil von Frauen in höheren akademischen Positionen nimmt ab; so beträgt der Anteil der Professorinnen in Deutschland nur 29 Prozent.

Förderprogramme für Frauen in der Wissenschaft

Um diesem Missstand entgegenzuwirken, hat das BMFTR verschiedene Förderprogramme eingerichtet. Dazu zählt das Professorinnenprogramm, das mit einer Summe von 320 Millionen Euro bis 2030 ausgestattet ist. Zudem ist das Kaskadenmodell von 2011 ein zentrales Instrument, um sicherzustellen, dass Frauen in jeder Karrierestufe mindestens im gleichen Maße repräsentiert sind wie in der vorhergehenden.

Das Engagement zur Steigerung des Frauenanteils zeigt sich auch im MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik), wo der Frauenanteil unter Studierenden 2022 nur bei 32,4 Prozent lag. Die Initiative „MissionMINT“ hat das Ziel, diese Zahlen zu erhöhen und Mädchen durch Veranstaltungen wie den Girls’Day zur Wahl eines MINT-Berufs zu ermutigen.

Die interaktive Ausstellung an der TU Dresden ist somit nicht nur eine Plattform zur Entdeckung von Informatik, sondern auch ein wichtiger Beitrag zur Sichtbarmachung von Frauen in der Wissenschaft und zur Förderung von Gleichstellungsmaßnahmen in der akademischen Welt.